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Wissen 14.02.2026, 07:11 Aktualisiert: 14.02.2026, 10:01

Rekord-Niedrigwasser in der Ostsee: Hoffnung auf Salzwassereinbruch

Wasserstand in der Ostsee so niedrig wie seit 140 Jahren nicht.

Wichtige Fakten

  • Wasserstand in der Ostsee so niedrig wie seit 140 Jahren nicht.
  • Ursache ist starkes Hochdruckgebiet mit Ostwind seit Januar.
  • Fehlende 275 Kubikkilometer Wasser entsprechen fast sechsmal dem Bodensee.
  • Salzwassereinbruch aus Nordsee könnte Sauerstoff in Tiefen bringen.
  • Letzter großer Salzwassereinbruch 2016 hielt nur vier Monate.

Rekord-Niedrigwasser in der Ostsee

Die Ostsee hat so wenig Wasser wie seit 140 Jahren nicht mehr, mit Pegelständen in Schweden bis zu 67 Zentimeter unter dem langjährigen Durchschnitt. Ursache ist ein starkes Hochdruckgebiet über Skandinavien, das seit Januar Ostwinde verursacht und Wasser durch die dänischen Meerengen in die Nordsee drückt. Dies hat zu Problemen in der Schifffahrt geführt, da Häfen und Kais für höhere Wasserstände ausgelegt sind, und historische Schiffswracks wie ein Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert freigelegt.

Chance für Sauerstoffzufuhr

Forscher des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde sehen im Niedrigwasser eine Chance: Es könnte einen Salzwassereinbruch aus der Nordsee begünstigen, der sauerstoffreiches Wasser in die tiefen Becken der Ostsee bringt. Ein solcher Einbruch wäre dringend nötig, da die Ostsee unter Sauerstoffmangel leidet, verstärkt durch menschliche Einflüsse wie Nährstoffeinträge. Der letzte große Salzwassereinbruch 2016 verbesserte die Situation jedoch nur für vier Monate.

Ausblick auf mögliche Verbesserung

Wissenschaftler hoffen auf starke Westwinde, die einen Salzwassereinbruch auslösen könnten, um die Ostsee kurzfristig ins Gleichgewicht zu bringen. Marineökologin Sofia Wikström betont, dass die Voraussetzungen dafür gut sind, aber solche Winde zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich sind. Langfristig sind weitere Maßnahmen nötig, um die anhaltenden Probleme wie Sauerstoffmangel und erhöhte Wassertemperaturen in der Ostsee zu adressieren.

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