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Gesellschaft 12.05.2026, 00:11 Aktualisiert: 12.05.2026, 06:02

Ruf nach Regulierung der Baby-Schlafindustrie in Großbritannien

Baby-Sicherheitsorganisation und MP fordern Regulierung der Schlafindustrie.

Wichtige Fakten

  • Baby-Sicherheitsorganisation und MP fordern Regulierung der Schlafindustrie.
  • BBC enthüllte falsche Schlafratschläge, die Babys gefährden.
  • Gesundheitsminister will Titel ‚Krankenschwester‘ schützen.
  • Familien fordern Pflichtschulungen nach Sicherheitsrichtlinien.
  • Keine Aufsicht: Jeder kann sich Schlafexperte nennen.

Hintergrund und BBC-Enthüllungen

Die britische Baby-Sicherheitsorganisation Lullaby Trust und der liberaldemokratische Abgeordnete Tom Morrison haben in einem Brief an Gesundheitsminister Wes Streeting dringende Maßnahmen zur Regulierung der Baby-Schlafindustrie gefordert. Anlass war eine BBC-Recherche, die aufdeckte, wie selbsternannte Schlafexperten Eltern Ratschläge erteilen, die den bewährten NHS-Richtlinien widersprechen und das Risiko des plötzlichen Kindstods (SIDS) erhöhen können. Zwei prominente Persönlichkeiten der Branche, die Bücher veröffentlicht haben und von Prominenten unterstützt werden, wurden gefilmt, wie sie gefährliche Empfehlungen gaben.

Reaktionen und Forderungen

Gesundheitsminister Streeting betonte, dass „gefährliche Desinformation, die als Expertenrat getarnt ist, aufhören muss“ und verwies auf die NHS-Website als vertrauenswürdige Quelle. Das Gesundheitsministerium hat bereits angekündigt, den Missbrauch des Titels „Krankenschwester“ unter Strafe zu stellen. Die Familie von Madison Bruce Smith, dem vier Monate alten Enkel von Fußballmanager Steve Bruce, der nach unsachgemäßem Schlaf starb, fordert jedoch weitergehende Regulierung für alle, die mit Babys arbeiten. Sie verlangen klare Standards, verpflichtende Schulungen und die Einhaltung nationaler Sicherheitsrichtlinien. Der Abgeordnete Morrison warnte, dass ein Verbot des Titels „Krankenschwester“ allein nicht ausreiche, da sich die Betroffenen einfach „Schlafberater“ nennen könnten. Auch Hebammen und Forscher unterstützen die Forderung nach Regulierung, da die derzeitige Lücke in der Unterstützung für Eltern nicht durch unsichere Ratschläge gefüllt werden dürfe.

Breitere Bewegung für Sicherheit

Der Fall der neun Monate alten Genevieve Meehan, die in einer Kindertagesstätte erstickte, hat ebenfalls zu Forderungen nach stärkeren Sicherheitsmaßnahmen geführt. Ihre Eltern starteten die Kampagne „Campaign for Gigi“, die erreichte, dass ab September 2026 verbindliche Sicherheitsrichtlinien für Frühbetreuungseinrichtungen gelten. Dennoch bleibt die Regulierung der privaten Schlafberatung ein vordringliches Anliegen.

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