Russische Einflussoperation zielt mit Fakes auf deutsche Landtagswahlen
Wichtige Fakten
- • Matrjoschka-Desinformationskampagne verbreitet über 180 Fake-Posts.
- • Linken-Kandidat Eric Stehr wird Mord an Großmutter unterstellt.
- • GRU-Einheit Storm-1516 steckt hinter der Operation.
- • Ein Video behauptet, Eurostat fände Wiedervereinigung historischen Fehler.
Fake-Videos gegen Kandidaten
Vor den Landtagswahlen in mehreren Bundesländern kursieren Dutzende Fake-Videos, die Kandidatinnen und Kandidaten diskreditieren und Deutschland als gespalten darstellen sollen. So wird dem Linken-Kandidaten Eric Stehr fälschlich vorgeworfen, seine Großmutter und ein Webcam-Model ermordet zu haben. Auch andere Politiker von CDU, SPD, Grünen, Linken und FDP sind betroffen. Die Videos stammen von der russischen Einflussoperation "Matrjoschka" und werden über Plattformen wie X, Bluesky und TikTok verbreitet.
Ziele der Desinformation
Besonders hervorstechend ist die Absicht, die Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland voranzutreiben. So wird in gefälschten Videos behauptet, eine Eurostat-Umfrage hätte ergeben, dass eine Mehrheit der Westdeutschen die Wiedervereinigung als Fehler sieht und Experten eine erneute Teilung Deutschlands prognostizieren. Auch der Hashtag #TimeToDivideGermany wird verwendet. Diese Inhalte sind nachweislich falsch. Experten gehen davon aus, dass der russische Geheimdienst GRU hinter der Kampagne steckt, wahrscheinlich mit Unterstützung der Präsidialverwaltung.
Reaktionen und Wirkung
Die betroffenen Kandidaten zeigen die Fake-Videos an. Die Operation läuft noch weiter, bisher ist die Wirkung jedoch begrenzt. Viele Posts haben nur wenige echte Interaktionen und werden von Plattformen wie TikTok oder Bluesky schnell gelöscht. Dennoch bleibt die Desinformation eine Bedrohung für den demokratischen Diskurs.
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