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International 11.02.2026, 17:12

Russland drosselt Telegram: Kommunikation unter Druck

Russlands Medienaufsicht Roskomnadsor drosselt Telegram schrittweise.

Wichtige Fakten

  • Russlands Medienaufsicht Roskomnadsor drosselt Telegram schrittweise.
  • Gründe: Datenspeicherung in Russland und mangelnde Maßnahmen gegen Kriminalität.
  • Etwa die Hälfte der russischen Bevölkerung nutzt Telegram aktiv.
  • Alternativen wie WhatsApp sind in Russland gesperrt.
  • Staatliche Alternative 'Max' wird beworben, um Kontrolle zu erhöhen.

Zusammenfassung der Ereignisse

Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor hat erneut den Messenger-Dienst Telegram ins Visier genommen, nachdem ein Sperrversuch im Jahr 2018 gescheitert war. Nun wird der Dienst schrittweise gedrosselt, was zu erheblichen Verzögerungen bei der Übermittlung von Texten, Bildern und Videos führt. Roskomnadsor begründet dies damit, dass Telegram gegen Auflagen verstoßen habe, insbesondere bei der Datenspeicherung in Russland und bei Maßnahmen gegen kriminelle und terroristische Nutzung.

Auswirkungen auf die Bevölkerung

In Straßenumfragen in Moskau äußern Nutzer starke Kritik: Sie berichten von ausgefallenen Anrufen und Schwierigkeiten, mit Familie, Freunden im Ausland oder Kunden in Kontakt zu bleiben. Da Alternativen wie WhatsApp, Instagram und Facebook in Russland gesperrt sind und nur über VPN-Tunnel erreichbar sind, verstärkt sich der Unmut. Etwa die Hälfte der Bevölkerung nutzt Telegram, was die Wichtigkeit des Dienstes unterstreicht.

Staatliche Reaktionen und Alternativen

Präsidentensprecher Dmitri Peskow betont, dass Gesetze eingehalten werden müssen, und bedauert die Entwicklung. Telegram-Gründer Pawel Durow wirft Russland vor, die Drosselung zu nutzen, um Nutzer zur staatlich kontrollierten App 'Max' zu zwingen, die Überwachung und Zensur ermöglicht. Diese Alternative wird intensiv beworben und könnte die freie Kommunikation weiter einschränken, während Roskomnadsor seine Kontrollmaßnahmen verstärkt.

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