Gazas Saatgutbank als Symbol der Hoffnung im Überlebenskampf
Wichtige Fakten
- • Salamas Saatgutbank in al-Qarara wurde 2024 zerstört – jetzt Neustart unter Zeltplanen.
- • Kollektion von 42 lokalen Sorten auf etwa 28–32 geschrumpft.
- • Etwa 200 Bauern profitieren bereits von der Initiative, unterstützt durch das IKRK.
- • Fruchtbarste Böden liegen im militärischen Sperrgebiet, Anbau extrem gefährlich.
- • 1,2 Millionen Menschen in Gaza leiden unter akuter Nahrungsmittelknappheit.
Wiederaufbau unter einfachsten Bedingungen
Im Gazastreifen, wo die Landwirtschaft größtenteils zusammengebrochen ist, hat der 71-jährige Agronom Salama Muhanna in Deir al-Balah eine bescheidene Saatgutbank unter Zeltplanen aufgebaut. Seine ursprüngliche hochmoderne Einrichtung in al-Qarara wurde Anfang 2024 zerstört. Obwohl die Temperaturen unter den Planen das Saatgut gefährden, arbeitet seine Familie unermüdlich am Wiederaufbau. Sie sammeln und bewahren etwa 28 bis 32 lokale Pflanzensorten – offen abblühendes, nicht genmanipuliertes Saatgut von Bohnen, Wassermelonen und Gemüse, das extrem widerstandsfähig gegen Trockenheit, Pilze und Schädlinge ist.
Lebensader für lokale Bauern
Angesichts verschärfter Importbeschränkungen und reduzierter humanitärer Hilfe ist das lokale Saatgut für viele Bauern zu einer entscheidenden Lebensader geworden. Etwa 200 Landwirte haben bereits von der Initiative profitiert, unterstützt durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Der Zugang zu Land bleibt jedoch extrem riskant, da die fruchtbarsten Böden in israelischen Sperrgebieten liegen. Bauern, die versuchen, dort anzubauen, sind nach eigenen Angaben täglich Beschuss und Lebensgefahr ausgesetzt.
Symbol für Souveränität und Hoffnung
Mehr als 1,2 Millionen Menschen in Gaza sind von akuter Nahrungsmittelknappheit bedroht. Die kleine Initiative stößt deshalb an Grenzen – humanitäre Helfer nennen sie realistisch nur einen "Tropfen auf den heißen Stein". Dennoch sehen viele in den heimischen Samen ein Symbol für Unabhängigkeit und eine Zukunft, in der die Menschen wieder Kontrolle über ihre Lebensmittelproduktion erlangen können. Die Saatgutbank sei weit mehr als nur Sammelstelle; sie bewahre das landwirtschaftliche Erbe und schaffe Hoffnung über die Krise hinaus.
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