Kriegskriminalität außer Kontrolle: Über 100.000 zivile Opfer in den letzten 18 Monaten
- • Über 100.000 Zivilisten wurden in 23 bewaffneten Konflikten innerhalb der letzten 18 Monate getötet.
- • In Gaza wurden 18.592 Kinder während des zweijährigen Krieges getötet.
- • In der Ukraine wurden 2025 mehr zivile Opfer verzeichnet, insgesamt 2.514, was eine Steigerung von 70% im Vergleich zu 2023 darstellt.
"Die internationale Gemeinschaft steht vor der dringenden Herausforderung, die systematische Straflosigkeit für schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zu beenden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen, wie das Verbot ungenauer Waffen und die Stärkung internationaler Gerichte, müssen umgesetzt werden, um diesen Trend zu stoppen. Eine nachhaltige Lösung erfordert eine erweiterte Unterstützung für den Internationalen Strafgerichtshof und nationale Kriegsverbrechertribunale."
Erneute Eskalation im Gazastreifen: Schwere Luftangriffe fordern zahlreiche Opfer
- • Israel führte erneut schwere Luftangriffe im Gazastreifen durch.
- • Nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden starben bei den Angriffen mindestens 32 Menschen.
- • Ziele waren laut israelischer Armee Hamas-Kommandeure und Infrastrukturen.
"Die Wiedereröffnung des Grenzübergangs Rafah könnte ein wichtiger Schritt in Richtung eines stabileren Friedensprozesses sein, allerdings belasten die jüngsten Angriffe die Aussicht auf eine anhaltende Waffenruhe."
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.
Israel bereitet Öffnung des Grenzübergangs Rafah vor nach Bergung der letzten Geisel
- • Israels Armee hat die sterblichen Überreste der letzten Geisel, Ran Gvili, im Gazastreifen geborgen.
- • Der 24-jährige Ran Gvili war Mitglied einer Eliteeinheit der israelischen Polizei und wurde am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt.
- • Der Grenzübergang Rafah zwischen Gazastreifen und Ägypten soll eingeschränkt wieder geöffnet werden, nachdem der Militäreinsatz zur Bergung der Geisel beendet ist.
"Die Rückführung der sterblichen Überreste von Ran Gvili ermöglicht Israel, mit der nächsten Phase der Waffenruhe-Vereinbarung fortzufahren. Dazu gehören die Entwaffnung der Hamas und der Wiederaufbau des Gazastreifens. Der Druck der internationalen Gemeinschaft könnte zu weiteren Fortschritten führen."
Trump lädt Deutschland in neuen „Friedensrat“ ein – Kreml prüft Putin-Angebot, Streit um Grönland und Nobelpreis eskaliert
- • Die US-Regierung hat Deutschland die Mitgliedschaft in Präsident Trumps neu geschaffenem „Friedensrat“ angeboten; Regierungssprecher Steffen Kornelius dankte für das Angebot, betonte aber, für die Bundesregierung blieben die Vereinten Nationen das entscheidende internationale Gremium.
- • Laut Kreml wurde auch Wladimir Putin eingeladen; Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland wolle vor einer Antwort „alle Nuancen“ mit Washington klären. Eine Bestätigung aus Washington liegt dazu weiterhin nicht vor.
- • Putins Sondergesandter Kirill Dmitriew soll beim Weltwirtschaftsforum in Davos diese Woche Mitglieder der US-Delegation treffen; ob dabei der „Friedensrat“ Thema ist, bleibt unklar.
"Mit der offiziellen Einladung an Deutschland und weiteren öffentlich bestätigten Zusagen/Einladungen gewinnt das Projekt politisches Gewicht, zugleich wächst der Konflikt mit etablierten multilateralen Strukturen (UN) und innerhalb Europas. Offene Punkte bleiben die rechtliche/finanzielle Konstruktion (1-Mrd.-Dollar-Regel, Empfänger/Verwendung) sowie die tatsächliche Handlungsfähigkeit des Gremiums angesichts der fragilen Gaza-Waffenruhe. Zudem dürfte Trumps Grönland- und Zollkonflikt die transatlantischen Spannungen weiter verschärfen."
Trumps Gaza-„Friedensrat“: Neue Gremienstruktur, kaum israelische Beteiligung und wachsende Kritik wegen Türkei/Katar
- • Donald Trump ist Vorsitzender des neu geschaffenen internationalen Gaza-„Friedensrates“ („Board of Peace“).
- • Zum engen Kreis gehören laut Berichten US-Außenminister Marco Rubio, Jared Kushner und Trumps Sondergesandter Steve Witkoff; außerdem der ehemalige britische Premier Tony Blair.
- • Trump soll Regierungschefs aus rund 60 Ländern eingeladen haben; laut Berichten gehören dazu u. a. Türkei, Katar, Ägypten sowie Deutschland, Großbritannien und Frankreich.
"Die Debatte dürfte sich zuspitzen: Einerseits treibt Washington die Nachkriegsarchitektur mit mehreren Gremien voran, andererseits wächst in Israel – auch innerhalb der Koalition – der Druck auf Netanjahu, den US-Plan wegen Türkei/Katar und der Zweistaaten- bzw. Übergangslösung offensiver zurückzuweisen. Zusätzlich könnte die geringe israelische und fehlende palästinensische Repräsentation in den Spitzenboards die internationale Akzeptanz und praktische Umsetzbarkeit des Projekts belasten; zugleich bleibt Phase zwei der Waffenruhe wegen der geforderten Entwaffnung der Hamas und anhaltender Gewalt fragil."
USA benennen Mitglieder des Gaza-„Friedensrats“ – Israel kritisiert Einladungen, UN warnt vor dramatischer Lage
- • Die US-Regierung hat Phase zwei ihres 20-Punkte-Plans für Gaza gestartet; vorgesehen sind unter anderem Wiederaufbau und eine Übergangsverwaltung. Im Gazastreifen gilt laut tagesschau seit dem 10. Oktober 2025 eine Waffenruhe, die als brüchig gilt.
- • US-Präsident Donald Trump hat sieben Gründungsmitglieder des „Friedensrats“/„Board of Peace“ (founding executive board) ernannt: Jared Kushner, Außenminister Marco Rubio, Sondergesandter Steve Witkoff, Weltbankpräsident Ajay Banga, Apollo-CEO Marc Rowan, Sicherheitsberater Robert Gabriel und Ex-Premier Tony Blair; Trump will den Vorsitz übernehmen.
- • Der Friedensrat soll laut Weißem Haus neben dem Wiederaufbau auch Investitionen/Kapital sowie regionale Beziehungen vorantreiben; ein Treffen ist nächste Woche am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos geplant.
"Entscheidend bleibt, ob die brüchige Waffenruhe hält und ob es einen realistischen Mechanismus für Demilitarisierung/Entwaffnung der Hamas gibt – beides gilt laut BBC als größter Prüfstein. Politisch drohen zusätzliche Reibungen: Israels öffentliche Einwände gegen Einladungen sowie die Kritik an fehlender palästinensischer Repräsentation könnten die Legitimität und Arbeitsfähigkeit der neuen US-Strukturen belasten. Kurzfristig dürfte das Davos-Treffen als erster Belastungstest für Rollenverteilung, Mandate und Finanzierung dienen."
Trump verschärft Druck auf Hamas zur Entwaffnung zum Start der zweiten Phase des Gaza‑Waffenstillstands – Pläne für Übergangsverwaltung konkretisiert
- • BBC Verify wertete Satellitenbilder aus und dokumentiert, dass gelbe Betonblöcke zur Markierung der «Gelben Linie» in mindestens drei Gebieten (Beit Lahia, Jabalia, al‑Tuffah) zunächst gesetzt und später weiter in den Gazastreifen hinein versetzt wurden; insgesamt wurden 16 Positionen verschoben.
- • Im Viertel al‑Tuffah (Gaza‑Stadt) wurden laut Satellitenbildern zwischen dem 27. November und dem 25. Dezember mindestens sieben bereits platzierte Blöcke versetzt.
- • Die versetzten Markierungen lagen im Durchschnitt rund 295 Meter weiter innerhalb des Gazastreifens als die Linie auf den offiziellen Karten.
"Mit dem Beginn der zweiten Phase verschiebt sich der diplomatische Schwerpunkt erkennbar in Richtung Entwaffnung, Übergangsverwaltung und Wiederaufbau. Trumps öffentliches Ultimatum, die skizzierten Mechanismen (inklusive möglichem «Buy-back»-Programm) sowie die benannten internationalen und personellen Rollen erhöhen den politischen Druck – gleichzeitig bleibt offen, wie eine Demilitarisierung praktisch durchgesetzt werden könnte. Solange Kernpunkte wie israelischer Rückzug und deutlich mehr humanitäre Hilfe ungeklärt bzw. laut Guardian nicht voll umgesetzt sind und es weiter zu Luftangriffen sowie Vorfällen entlang der umstrittenen «Gelben Linie» kommt, bleibt die Waffenruhe fragil und das Risiko erneuter Eskalationen hoch."
Palästinensische Gruppen billigen 15-köpfige Übergangsregierung in Gaza – viele Fragen offen
- • Palästinensische Gruppen im Gazastreifen haben der Mitgliederliste für eine 15-köpfige technokratischen Übergangsregierung zugestimmt.
- • Die Übergangsregierung soll von Ali Schaath geleitet werden, einem früheren stellvertretenden Minister der Palästinensischen Autonomiebehörde.
- • Die USA haben offiziell die zweite Phase des Friedensplans von Präsident Donald Trump eingeleitet; US-Sondergesandter Steve Witkoff verkündete dies auf X.
"Der Plan markiert einen formalen Schritt, doch ohne Klärung zentraler Fragen – vor allem die tatsächliche Entwaffnung der Hamas, ein belastbares Mandat und Zusagen für die Internationale Stabilisierungstruppe sowie ein klarer israelischer Rückzugsplan – bleibt sein Erfolg unsicher. Die fragile Waffenruhe, die Bereitschaft harter Kräfte in Israel, den Krieg wieder aufzunehmen, und die anhaltend katastrophale humanitäre Lage (verstärkt durch Winterwetter und Überschwemmungen) erhöhen das Risiko weiterer Eskalationen. Kurzfristig sind Verhandlungen über Entwaffnung, Sicherheitsgarantien und humanitäre Hilfe zentral; ohne Fortschritte droht erneute Gewalt und eine Verschlechterung der humanitären Lage."