Schleuser nutzen britische Firmen für Zahlungen bei Ärmelkanal-Überfahrten
Wichtige Fakten
- • Schleuser nutzen britische Unternehmen für Geldtransfers bei illegalen Kanalüberfahrten.
- • Unter einem Vorwand filmte die BBC verdeckt einen Londoner Handyladen.
- • 4500 Pfund für eine Überfahrt von zwei Personen wurden in bar akzeptiert.
- • Seit 2020 haben Behörden nur 10 Prozent der Schmuggelgewinne beschlagnahmt.
- • Die Polizei hat Schwierigkeiten, Geldflüsse ins Ausland zu verfolgen.
Eine BBC-Recherche deckt auf, dass Schleuser Migranten für illegale Überfahrten über den Ärmelkanal über britische Firmen zahlen lassen. Verdeckte Aufnahmen zeigen einen Handyladen im Londoner Stadtteil Woolwich, in dem Bargeld für einen Schleuser in Frankreich angenommen wurde. Laut Aussage des Ladenmitarbeiters wird das Geld erst bei erfolgreicher Ankunft in Großbritannien weitergeleitet. Der Schleuser namens Ahmad gab zudem Bankkontodaten von Firmen in Newcastle und Cambridgeshire an. Die Behörden haben seit 2020 nur rund 1,6 Millionen Pfund von verurteilten Schleusern eingezogen, was laut BBC nur 10 Prozent der festgestellten Gewinne entspricht.
Experten wie Tom Keatinge vom Royal United Services Institute betonen das offene Vorgehen der Banden. Die britische National Crime Agency arbeitet an rund 100 aktiven Ermittlungen, bleibt aber in der Geldverfolgung herausgefordert, da Gewinne oft ins Ausland transferiert werden. Der Migrationsexperte Mike Tapp kündigt verstärkte Überwachung an. Ein Ladenbesitzer bestreitet die Vorwürfe, während eine andere Firma Kooperation zusicherte.
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