Singapur führt Prügelstrafe gegen Schul-Bullying ein
Wichtige Fakten
- • Prügelstrafe gilt für männliche Schüler ab 9 Jahren.
- • Maximal drei Stockschläge als letztes Mittel.
- • Weibliche Schüler erhalten Alternativstrafen wie Nachsitzen.
- • UN-Kinderhilfswerk Unicef und WHO lehnen die Maßnahme ab.
Neue Richtlinien in Singapur
Singapur führt als letztes Mittel gegen Mobbing in Schulen die Prügelstrafe für männliche Schüler ab neun Jahren ein. Nach neuen Richtlinien können Schüler bis zu drei Stockschläge erhalten. Bildungsminister Desmond Lee betonte im Parlament, dass die Bestrafung nur nach Ausschöpfung aller anderen Maßnahmen und unter strengen Auflagen erfolgt. So muss der Schulleiter zustimmen, und nur autorisierte Lehrer dürfen die Strafe vollziehen. Zudem wird das Wohl des Schülers nach der Bestrafung überwacht, inklusive psychologischer Betreuung.
Die Regelung folgt auf eine einjährige Überprüfung und mehrere öffentlichkeitswirksame Mobbingfälle. Mädchen sind von der Prügelstrafe ausgenommen; sie erhalten Strafen wie Nachsitzen oder Suspendierungen. Die Prügelstrafe ist in Singapur historisch durch die britische Kolonialverwaltung verankert und wird auch im Justizvollzug bei männlichen Straftätern unter 50 Jahren angewandt. Internationale Organisationen wie Unicef und die WHO lehnen die Maßnahme ab und verweisen auf erhebliche Schäden für die psychische Gesundheit von Kindern.
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