Sorge um Besatzung der USS Abraham Lincoln: Einsatzrekord, Versorgungsengpässe und psychische Belastung
Wichtige Fakten
- • Einsatz seit November verlängert; über 240 Tage ohne Hafen.
- • Familien berichten von Nahrungsmittelknappheit, defekten Duschen und Wäschereien.
- • Medienberichte über Suizidversuche von Seeleuten.
- • Demokratischer Senator Blumenthal fordert offizielle Auskunft.
- • USS George Washington soll als Ablösung in die Region kommen.
Versorgungsprobleme und psychische Belastung an Bord
Die Lebensmittel knapp, seit Monaten kein Landgang: Die Besatzung des US-Flugzeugträgers 'USS Abraham Lincoln' leidet offenbar unter erheblichen Versorgungsproblemen. Rund 200 Angehörige von Seeleuten schlagen bei Treffen mit hochrangigen Marinevertretern in San Diego Alarm. Sie berichten von knappen Lebensmitteln, defekten Sanitäranlagen und monatelangen Wartezeiten auf Post. Ein Seemann habe zeitweise nur eine halbe Tasse Reis und zwei Tortillas erhalten, sagte Nicole Conrads, deren Sohn an Bord dient. Auch ein Gewichtsverlust von rund 30 Kilogramm bei einem Besatzungsmitglied wurde bekannt.
Rekordeinsatz und ungewisse Zukunft
Die 'Lincoln' verließ ihren Heimathafen San Diego im November und wurde im Februar in den Nahen Osten verlegt, um die Angriffe auf den Iran zu unterstützen. Die ursprünglich auf sieben Monate angelegte Mission wurde mehrfach verlängert; inzwischen ist sie fast neun Monate im Einsatz. Mit über 240 Tagen ohne Hafenaufenthalt stellt dies einen Rekord für moderne US-Flugzeugträger dar. Die Besatzung weiß nicht, wann der Einsatz endet – eine zusätzliche Belastung für die Moral.
Psychische Krisen und politischer Druck
Mehrere US-Medien berichten, dass Seeleute versucht haben, über Bord zu springen. Die Marine will keine Zunahme von Suizidversuchen festgestellt haben. Der demokratische Senator Richard Blumenthal forderte in einem Brief an Verteidigungsminister Pete Hegseth detaillierte Auskünfte über die Zustände an Bord und bezeichnete die Lage als alarmierend. Er kritisierte, dass Ziele und Dauer der Mission nicht ausreichend erklärt würden.
Reaktionen aus Politik und Marine
Verteidigungsminister Hegseth wies die Berichte als „komplett falsch dargestellt“ zurück. Die Marine erklärte, die Kampfhandlungen hätten die Nachschubwege zeitweise gestört, deshalb habe man zunächst Lebensmittel und Hygieneartikel priorisiert. Zugleich betonte ein Sprecher, es gebe sauberes Wasser, funktionierende Klimaanlagen und ausreichend Verpflegung.
Die 'USS George Washington' soll sich bereits auf dem Weg in den Nahen Osten befinden, um die 'Lincoln' abzulösen. Ein Rückkehrtermin für die 'Lincoln' wurde jedoch nicht genannt.
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