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Wissen 21.07.2026, 07:59 Aktualisiert: 21.07.2026, 10:02

Steigende Temperaturen gefährden lebenswichtige Mikroalgen

Mikroalgen und Cyanobakterien produzieren etwa 50 % des Sauerstoffs.

Wichtige Fakten

  • Mikroalgen und Cyanobakterien produzieren etwa 50 % des Sauerstoffs.
  • Bereits moderate Temperatursteigerungen (18-33°C) verändern Zellwachstum und Geißelbewegung.
  • Bei höheren Temperaturen betreiben Mikroalgen weniger Photosynthese, sondern nutzen Kohlenstoffquellen wie Acetat.
  • Verändertes Schwimmverhalten reduziert den Zugang zu Licht und senkt die Photosyntheserate.
  • Störungen der Mikroalgen beeinträchtigen das gesamte marine Nahrungsnetz und die Fischerei.

Grundlage des Lebens in Gefahr

Mikroalgen sind zwar unsichtbar, aber für unser Ökosystem unverzichtbar: Gemeinsam mit Cyanobakterien fixieren sie Hälfte des Kohlendioxids und produzieren etwa die Hälfte des atmosphärischen Sauerstoffs – jeden zweiten Atemzug verdanken wir ihnen. Eine neue Studie der Uni Jena zeigt nun, dass selbst moderate Temperaturerhöhungen diese Mikroorganismen aus dem Gleichgewicht bringen.

Folgen moderater Erwärmung

Christiane Schmitt und ihr Team untersuchten die Mikroalge Chlamydomonas und stellten fest, dass bereits Temperaturveränderungen zwischen 18 und 33 Grad Celsius jedes dritte Protein-kodierende Gen in seiner Aktivität verändern. Die Algen wachsen zwar schneller, bleiben aber deutlich kleiner. Ihre Geißeln, mit denen sie sich fortbewegen, verkürzen sich – die Algen schwimmen langsamer und wechseln häufiger die Richtung. Wesentlicher Befund: Statt Photosynthese zu betreiben, greifen die Algen bei höheren Temperaturen auf Kohlenstoffquellen wie Acetat zurück.

Gefahr für ganze Ökosysteme

„Das führt zu weniger Photosyntheseleistung, weniger CO₂-Bindung und verminderter Sauerstoffproduktion“, erklärt Maria Mittag. Zudem schwimmen die Algen weniger zum Licht, einem essenziellen Faktor für die Photosynthese. Da Mikroalgen am Beginn der marinen Nahrungskette stehen – Zooplankton und Fische sind von ihnen abhängig –, bedroht ihre Schwächung das gesamte marine Ökosystem. Neben kurz- und mittelfristigen Folgen für die Fischerei stünde langfristig die fundamentale Basis unserer Atmung auf dem Spiel.

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