Trump verlängert Ultimatum an Iran erneut - Truppenaufstockung und widersprüchliche Signale
Wichtige Fakten
- • Trump verlängerte das Ultimatum auf Bitte Irans bis zum 6. April 2026.
- • Die Straße von Hormus bleibt blockiert, Iran erhebt Gebühren für Durchfahrten.
- • Die USA erwägen die Entsendung von 10.000 zusätzlichen Soldaten in die Region.
- • Iran bestreitet direkte Verhandlungen, nutzt aber Vermittler über Drittländer.
- • Die Blockade betrifft ein Fünftel des globalen Ölbedarfs und treibt die Preise.
Trump verlängert Ultimatum erneut
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an Iran zur Öffnung der Straße von Hormus zum zweiten Mal verschoben, nun bis zum 6. April 2026 um 20 Uhr US-Ostküstenzeit (7. April, 2 Uhr deutscher Zeit). Trump begründete dies auf seiner Plattform Truth Social damit, dass Iran um eine siebentägige Verlängerung gebeten habe, woraufhin er zehn Tage gewährte. Er verwies auf "sehr gute" Gespräche und interpretierte die Durchfahrt einiger Öltanker durch die Meerenge als Zeichen guten Willens. Allerdings bestreitet Iran weiterhin direkte Verhandlungen mit den USA, und laut Wall Street Journal hat Teheran nicht um diesen Aufschub gebeten. Ursprünglich hatte Trump ein 48-Stunden-Ultimatum gesetzt, das bereits ausgelaufen wäre.
Blockade und wirtschaftliche Folgen
Die Straße von Hormus bleibt weitgehend blockiert, wobei Iran angibt, "nicht-feindliche" Schiffe nach Abstimmung durchzulassen. Experten berichten, dass Iran ein "Mautsystem" eingeführt hat und Gebühren für das Passieren verlangt, wobei mindestens zwei Schiffe in chinesischen Yuan bezahlt haben sollen. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, über die etwa ein Fünftel des globalen Ölbedarfs transportiert wird, was zu steigenden Ölpreisen und erheblichen Auswirkungen auf den weltweiten Handel mit Gas, Öl und Düngemitteln führt. Iran strebt eine dauerhafte Kontrolle der Durchfahrt an und hat erklärt, die Verbindung könne nicht mehr so sein wie früher.
Militärische Eskalation und regionale Spannungen
Trotz der Ultimatumsverlängerung erwägt das Pentagon laut Wall Street Journal und Axios die Entsendung von bis zu 10.000 zusätzlichen Soldaten in den Nahen Osten, um die bereits vor Ort befindlichen Truppen zu verstärken und den Druck auf Iran zu erhöhen. Diese könnten in der Nähe der strategisch wichtigen Insel Charg stationiert werden, über die etwa 90 Prozent der iranischen Erdölausfuhren abgewickelt werden. Parallel dazu gehen die militärischen Auseinandersetzungen weiter: Israel griff in der Nacht Produktionsstätten für ballistische Raketen in Teheran an, während die iranische Revolutionsgarde mit Raketen und Drohnen Ziele in Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait und Bahrain angriff, darunter eine US-Patriot-Anlage in Bahrain. Laut Politikwissenschaftlerin Gerlinde Groitl ist der Iran militärisch geschwächt, aber eine Bodenoffensive der USA wäre innenpolitisch riskant für Trump.
Diplomatische Entwicklungen und Friedensplan
Obwohl Iran direkte Verhandlungen ablehnt, bestätigte Pakistan indirekte Gespräche mit Unterstützung der Türkei, Ägyptens und weiterer Staaten. Ein dabei übermittelter 15-Punkte-Friedensplan der USA sieht laut Medienberichten die Wiederöffnung der Straße von Hormus und Beschränkungen des iranischen Atomprogramms im Gegenzug für Sanktionsaufhebungen vor. Bundesaußenminister Johann Wadephul deutete an, dass Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen US- und iranischen Vertretern in Pakistan laufen, was auf eine mögliche diplomatische Öffnung hindeutet. Allerdings sind die Aussagen von Trump und Teheran widersprüchlich, und es bleibt unklar, ob es Raum für Kompromisse gibt.
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