Ukraine schlägt Teilwaffenruhe für Energieanlagen vor - Spionage durch Bewegungsdaten bedroht Fronten
Wichtige Fakten
- • Selenskyj bietet Russland Teilwaffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen über US-Vermittler an.
- • Russland zerstört ukrainische Kraftwerke, Ukraine attackiert russische Raffinerien mit Drohnen.
- • Bewegungsdaten aus Smartphones könnten geheime Frontstellungen und Produktionsstätten enttarnen.
- • Deutsche Rüstungsunternehmen haben Produktionsstätten in der Ukraine aufgebaut, nutzen Gegenmaßnahmen.
- • Bei russischen Drohnenangriffen auf Nikopol und Cherson wurden Zivilisten getötet.
Teilwaffenruhe für Energieanlagen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland eine Teilwaffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen angeboten. In einer Videobotschaft erklärte er: 'Wenn Russland bereit ist, die Angriffe auf unsere Energieanlagen einzustellen, sind wir bereit, spiegelbildlich zu antworten.' Dieser Vorschlag wurde über US-amerikanische Vermittler an Moskau übermittelt. Russland hatte zuvor ukrainische Vorschläge für eine Oster-Feuerpause mit Verweis auf fehlende klare Formulierungen abgelehnt. Der Konflikt um Energieinfrastruktur dauert seit Jahren an: Russland zielt mit Raketen und Kampfdrohnen auf ukrainische Kraftwerke und Umspannwerke, was zu Stromausfällen für Millionen Ukrainer führt. Im Gegenzug attackiert die Ukraine erfolgreich russische Raffinerien und Ölterminals mit Drohnen, wodurch russische Exportkapazitäten geschädigt wurden.
Datenspionage bedroht Fronten und Produktion
Parallel zur militärischen Auseinandersetzung drohen Sicherheitsrisiken durch gehandelte Bewegungsdaten aus Smartphones. Recherchen von BR und netzpolitik.org zeigen, dass Standortdaten von Millionen Nutzern, darunter Hunderttausende aus der Ukraine, im Internet verkauft werden. Diese könnten geheime Frontstellungen ukrainischer Soldaten oder Produktionsstätten deutscher Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Quantum Systems oder KNDS verraten, die in der Ukraine aufgebaut wurden. Die Daten beinhalten sogar Informationen über Starlink-Verbindungen, die von ukrainischen Truppen genutzt werden, und könnten so Stellungen identifizieren, wie etwa in Soledar. Unternehmen sind sich der Gefahr bewusst und ergreifen Gegenmaßnahmen, etwa durch minimierte Kommunikationsströme, während das ukrainische Verteidigungsministerium ein mehrstufiges Sicherheitssystem einsetzt.
Zivile Opfer durch russische Drohnenangriffe
Bei russischen Drohnenangriffen auf ukrainische Städte sind erneut Zivilisten getötet worden. In Nikopol schlug eine Drohne in einen Bus ein, als er sich einer Station näherte, wobei drei Menschen starben und zwölf verletzt wurden. Bereits am Samstag war ein Markt getroffen worden, mit fünf Toten. In Cherson wurden drei Einwohner bei einem Angriff in einem Wohngebiet getötet und sieben verletzt. Russland hat zuletzt seine Drohnenangriffe verstärkt; im März wurde die Ukraine von mehr Drohnen angegriffen als in jedem anderen Monat seit Kriegsbeginn 2022. Diese Angriffe unterstreichen die anhaltende Eskalation des Konflikts trotz diplomatischer Initiativen.
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