Erster Ebola-Fall in Frankreich: Arzt aus Kongo eingereist
Wichtige Fakten
- • Arzt aus Kongo nach Frankreich eingereist.
- • Erster bestätigter Ebola-Fall außerhalb Afrikas seit Ausbruch.
- • Bestätigte Infektionen im Kongo über 1.000, 267 Tote.
- • Bundibugyo-Stamm des Virus ohne Impfstoff oder Therapie.
- • Ausbruch könnte laut US-Modell größter bisher sein.
Erster Ebola-Fall in Frankreich
Frankreich hat den ersten bestätigten Ebola-Fall gemeldet. Dem Gesundheitsministerium zufolge handelt es sich um einen Arzt, der von einem humanitären Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) zurückgekehrt war. Der Patient sei in einer speziellen Einrichtung isoliert, sein Zustand stabil. Kontaktpersonen wurden identifiziert und für 21 Tage in häusliche Quarantäne geschickt. Der Stamm des Erregers ist der seltene Bundibugyo-Virus, das weder Impfstoff noch zugelassene Behandlungsmöglichkeiten gibt.
Schwere Ebola-Epidemie im Kongo
Der Ausbruch begann Mitte Mai. Nach aktuellen Zahlen des kongolesischen Gesundheitsministeriums gibt es über 1.000 bestätigte Infektionen und 267 Todesfälle; 112 Menschen haben sich erholt. Auch Nachbarland Uganda vermeldet 20 Fälle und zwei Tote. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Epidemie als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ein. Massnahmen zur Eindämmung werden durch Rebellenaktivität und Mittelkürzungen behindert. Das US-Seuchenzentrum (CDC) hat modelliert, dass dieser Ausbruch der schwerste seit Menschengedenken werden könnte.
Risiko für europäische Bevölkerung als gering eingestuft
Die französischen Behörden betonen, dass das Risiko für die Allgemeinheit in Europa sehr niedrig sei. Die als Reaktion erlassene Quarantäneanordnung in Kenia – ein umstrittenes Vorhaben der USA – wurde per Gericht gestoppt, nachdem eine Ebola-Einrichtung für amerikanische Staatsbürger geplant war. Anfang Juni war ein zuvor erkrankter US-Arzt in Berlin symptomatisch negativ entlassen worden.
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