UN-Bericht zu El-Fasher: Hinweise auf Völkermord in Darfur
Wichtige Fakten
- • UN-Mission sieht Völkermord-Merkmale bei RSF-Angriff auf El-Fasher
- • RSF belagerte Stadt 18 Monate, gefolgt von Massakern an Zaghawa und Fur
- • Bericht nennt RSF-Führer Hemedti und fordert internationale Rechenschaft
- • Ausländische Söldner mit modernen Waffen unterstützten RSF-Offensive
- • UK-Außenministerin Cooper bringt Bericht vor UN-Sicherheitsrat
UN-Bericht zu Gräueltaten in Darfur
Eine UN-Fact-Finding-Mission hat nach Untersuchungen der Einnahme der sudanesischen Stadt El-Fasher durch die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) Hinweise auf Völkermord festgestellt. Die RSF eroberte die Stadt in Darfur Ende Oktober nach einer 18-monatigen Belagerung, die laut Bericht die Bevölkerung systematisch schwächte, gefolgt von Massakern, Vergewaltigungen und Vertreibungen. Experten wie Mona Rishmawi sehen in den Handlungen der RSF die Absicht, die ethnischen Gruppen der Zaghawa und Fur ganz oder teilweise zu zerstören – Merkmale, die auf Völkermord hindeuten.
Internationale Reaktionen und Forderungen
Die britische Außenministerin Yvette Cooper bezeichnete die Ergebnisse als "wirklich schrecklich" und kündigte an, den Bericht dem UN-Sicherheitsrat vorzulegen. Sie forderte internationale Strafverfolgung, ein Ende des Waffenflusses und humanitären Zugang. Der Bericht nennt RSF-Führer Mohamed Hamdan Dagalo (Hemedti) und erwähnt die Beteiligung ausländischer Söldner mit moderner Ausrüstung, was auf externe Unterstützung hindeutet. Die Mission rief zu umfassender Durchsetzung des Waffenembargos für Darfur, gezielten Sanktionen und Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof auf.
Hintergrund und anhaltende Gewalt
Der Bürgerkrieg im Sudan brach im April 2023 aus einem Machtkampf zwischen Armee und RSF hervor und eskalierte unter ethnischen Spannungen. In Darfur griffen arabische Milizen, die das Rückgrat der RSF bilden, nicht-arabische Gruppen an, ähnlich wie vor 20 Jahren. Trotz internationaler Empörung setzt sich die Gewalt fort, wobei beide Kriegsparteien von ausländischen Unterstützern mit Waffen versorgt werden. Cooper betonte, die Welt dürfe nicht wegschauen, während der UN-Sicherheitsrat auf eine schwer erreichbare Waffenruhe drängt.
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