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International 29.05.2026, 07:55 Aktualisiert: 29.05.2026, 18:02

UN setzt Israel und Russland auf schwarze Liste wegen sexualisierter Gewalt

UN-Bericht: Israelische Kräfte verübten systematisch sexualisierte Gewalt gegen Palästinenser.

Wichtige Fakten

  • UN-Bericht: Israelische Kräfte verübten systematisch sexualisierte Gewalt gegen Palästinenser.
  • Liste umfasst 31 verifizierte Fälle mit Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen und Schüssen auf Genitalien.
  • Israel kündigt Kontaktabbruch zu UN-Generalsekretär Guterres an.
  • Auch Russland auf der Liste wegen sexualisierter Gewalt in der Ukraine.
  • Hamas wurde bereits 2025 wegen sexualisierter Gewalt gelistet.

UN-Bericht belastet Israel schwer

Ein noch unveröffentlichter UN-Bericht unter Generalsekretär António Guterres erhebt schwere Vorwürfe gegen israelische Sicherheitskräfte: Ihnen werde systematisch sexualisierte Gewalt gegen Palästinenser vorgeworfen, darunter Vergewaltigungen, auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien und gezielte Schüsse auf die Genitalien. Laut UN wurden 2025 insgesamt 31 Fälle konfliktbezogener sexualisierter Gewalt verifiziert, darunter 14 Männer, sieben Frauen, neun Jungen und ein Mädchen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. Die Vergewaltigungen, in einigen Fällen wiederholt, betrafen neun Opfer, die Mehrheit aus dem Gazastreifen. Israel untersagte UN-Ermittlern den Zugang zu Gefängnissen und blockierte Reisen nach Gaza.

Empörung in Jerusalem

Die israelische UN-Vertretung in New York reagierte empört und kündigte an, den Kontakt mit dem Generalsekretariat der Vereinten Nationen unter Guterres abzubrechen. Botschafter Danny Danon sprach von einer „ungeheuerlichen Entscheidung“ und einer „Kampagne“ gegen Israel. Das israelische Außenministerium wies die Anschuldigungen als „haltlos“ zurück und warf den UN „langjährige, institutionalisierte Feindseligkeit“ vor. Die UN-Spitze zeigte sich gesprächsbereit: Der Sprecher von Guterres, Stéphane Dujarric, erklärte, man sei jederzeit bereit für Gespräche. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte beschuldigte Soldaten zuvor als „heldenhaft“ bezeichnet.

Internationale Einordnung

Neben Israel wurde auch Russland auf die Liste gesetzt. Der UN-Bericht konstatiert sexualisierte Gewalt durch russische Streitkräfte in besetzten ukrainischen Gebieten, darunter Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen, Genitalverstümmelung und Elektroschocks an den Genitalien. Insgesamt verifizierte die UN 310 Fälle, die meisten betrafen Männer. Die Ukraine wurde nicht gelistet, obwohl es vereinzelte Vorwürfe gab, aber die Regierung gewährte Ermittlern Zugang. Die jährliche UN-Liste umfasst 77 staatliche und nichtstaatliche Akteure. Die Hamas war bereits 2025 aufgenommen worden. Weltweit stieg konfliktbezogene sexualisierte Gewalt seit 2024 stark an, betroffen sind vor allem Frauen und Mädchen. In Israel und Russland zielen Berichte auch auf Männer und Jungen ab.

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