Neue US-Angriffe auf Iran überschatten Vermittlungsgespräche in Katar
Wichtige Fakten
- • USA griffen Raketenstellungen und Minenlegeboote im Süden Irans an.
- • USA bezeichnen Angriffe als Selbstverteidigung während bestehender Waffenruhe
- • Iranische Verhandlungsdelegation traf in Katar zu Gesprächen ein.
- • Supreme Leader Khamenei droht mit Vergeltung und kritisiert US-Stützpunkte.
- • Trump bot an, Irans Uran unter Aufsicht im Land zu zerstören.
US-Angriffe schießen neue Eskalation im Seegebiet von Hormus
Das US-Militär hat im Süden Irans erneut Ziele angegriffen. Nach Angaben des Zentralkommandos Centcom vom Montag wurden Raketenstellungen und Boote attackiert, die Minen in der Straße von Hormus verlegen sollten. Die Aktion wurde erneut als Selbstverteidigung bezeichnet; die seit dem 8. April geltende Waffenruhe bleibe intakt. Iranische Medien berichteten von Explosionen nahe Bandar Abbas und vier getöteten Revolutionswächtern. Die iranische Führung erklärte, sie behalte sich Vergeltungsrechte vor und habe eine US-Drohne abgeschossen.
Parallelgespräche in Katar: Details und Hürden
Während der Angriffe reiste eine iranische Delegation unter Parlamentspräsident Ghalibaf nach Doha. Die Gespräche konzentrieren sich auf die Wiederöffnung der Hormusstraße und die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder. US-Außenminister Marco Rubio zeigte sich trotz der Attacken verhalten optimistisch und erklärte, die Formulierungen des anvisierten Rahmenabkommens bedürften noch einiger Tage Arbeit. Trump selbst schrieb auf Truth Social, es gebe „nur einen großartigen Deal – oder gar keinen“. Bemerkenswert ist sein Zugeständnis, das hochangereicherte Uran Irans unter internationaler Aufsicht im Land zerstören zu können – ein indirektes Eingeständnis, dass der Abtransport des Materials nicht durchsetzbar schien.
Regionaler Druck und komplexe Fäden
Rubio machte eindeutig klar, dass die Straße von Hormus geöffnet werden müsse – „koste es, was es wolle“. Zugleich forderte Trump, die Abraham-Abkommen auf Regionalmächte wie Saudi-Arabien und Pakistan auszuweiten, was eine bisher nicht auf der Tagesordnung stehende diplomatische Ebene einbringt. Für zusätzliche Unruhe sorgt die Zuspitzung in Libanon: Premier Netanjahu kündigte verstärkte Angriffe auf die Hisbollah an, während Iran diese Kämpfe als Teil eines möglichen Gesamtdeals betrachtet. Analysten zeigen auf CNN zwar eine Lockerung der Märkte nach dem Ölpreisanstieg, doch langfristig bleibt eine Einigung in den grundlegenden Streitfragen – Uran, Sanktionen und zukünftiger Machteinfluss – äußerst fragil.
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