US-Bundesstaaten streichen Medicaid-Abdeckung für teure GLP-1-Medikamente
Wichtige Fakten
- • GLP-1-Ausgaben stiegen von 13,7 Mrd. USD 2018 auf 71,7 Mrd. USD 2023.
Kostenexplosion führt zu Kürzungen
Angesichts explodierender Kosten schränken immer mehr US-Bundesstaaten und Städte die Medicaid-Abdeckung für GLP-1-Medikamente wie Ozempic und Wegovy ein. Die Ausgaben für diese Arzneimittel stiegen von 13,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 auf 71,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 – ein Anstieg um 500%. Bundesstaaten wie Kalifornien, Pennsylvania, New Hampshire und South Carolina haben die Kostenübernahme für Gewichtsverlust mittlerweile gestrichen, während Michigan die Abdeckung auf Personen mit morbider Adipositas beschränkt.
Gesundheitliche Folgen befürchtet
Gesundheitsexperten und einige Politiker warnen vor den langfristigen gesundheitlichen Konsequenzen dieser Kürzungen. Sie argumentieren, dass kurzfristige Haushaltseinsparungen langfristig zu höheren Kosten durch adipositasbedingte Erkrankungen führen könnten. In Pennsylvania beispielsweise beliefen sich die Medicaid-Ausgaben für GLP-1-Medikamente im Jahr 2025 auf 1,3 Milliarden US-Dollar – doppelt so viel wie im Vorjahr. Ein Sprecher des Ministeriums für menschliche Dienste begründete die Kürzungen mit einem "nicht nachhaltigen Kostenanstieg".
Alternativen und politische Initiativen
Als mögliche Lösung wird ein "Netflix-Modell" diskutiert, bei dem Bundesstaaten Pauschalverträge mit Pharmaherstellern abschließen, ähnlich wie Louisiana 2019 für Hepatitis-C-Medikamente. Bisher zeigen die Hersteller jedoch wenig Interesse an solchen Vereinbarungen, da die Nachfrage nach GLP-1-Medikamenten bereits enorm ist. Experten wie Dr. Matthew Klebanoff erwarten, dass die Preise sinken werden, sobald der Markt wettbewerbsintensiver wird, ähnlich wie bei Hepatitis-C-Medikamenten in den 2010er Jahren.
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