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Gesellschaft 02.07.2026, 17:27

Vatikan exkommuniziert Anhänger traditionalistischer Piusbruderschaft

Vatikan exkommuniziert alle sechs Bischöfe der Piusbruderschaft.

Wichtige Fakten

  • Vatikan exkommuniziert alle sechs Bischöfe der Piusbruderschaft.
  • Auch Laien, die formal der SSPX anhängen, gelten als schismatisch.
  • Die SSPX lehnt die Modernisierungen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab.
  • Die Gruppe feiert Messen weiterhin auf Latein und ist gesellschaftlich konservativ.
  • Nicht jeder SSPX-Besucher wird automatisch exkommuniziert.

Hintergrund der Exkommunikation

Der Vatikan hat die traditionalistische Piusbruderschaft (SSPX) exkommuniziert, nachdem diese in Genf vier neue Bischöfe geweiht hatte – gegen das direkte Verbot von Papst Leo XIV. In einem ungewöhnlich scharfen Dekret erklärte der Heilige Stuhl nicht nur die sechs Bischöfe der Bruderschaft, sondern auch alle Laien, die formal der SSPX anhängen, als schismatisch und exkommuniziert. Allerdings stellte der Vatikan klar, dass nicht jeder, der an SSPX-Messen teilnehme, automatisch exkommuniziert sei; betroffen seien nur jene, die die Lehren der Gruppe ausdrücklich teilen.

Lehren und Haltung der SSPX

Die SSPX wurde 1970 gegründet und lehnt die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–65) ab, etwa die Modernisierung der Messe, die nun in Landessprache gehalten wird. Stattdessen feiert sie die Messe weiterhin auf Latein, wobei Priester zum Altar und nicht zur Gemeinde schauen, und die Kommunion nur kniend auf der Zunge gereicht wird. Die Gruppe steht auch für einen streng sozialkonservativen Kurs. Viele Mitglieder fühlen sich in der modernen Kirche nicht mehr aufgehoben: Eine Anhängerin aus Jersey bezeichnet die heutige Messe als „schwach und labbrig“.

Bedeutung der Exkommunikation

Die Exkommunikation ist die schwerste Kirchenstrafe und schließt Anhänger von den Sakramenten aus. Der Schritt zeigt eine Verschärfung der Gangart des Vatikans, nachdem zwischenzeitlich Aussöhnungsversuche unternommen worden waren. Die SSPX zählt weltweit rund 600.000 Anhänger und ist vor allem in den USA und Frankreich aktiv, mit 26 Messorten im Vereinigten Königreich. Der Konflikt stellt viele Gläubige vor die Wahl: Bruch mit der Kirche oder Aufgabe ihrer Überzeugungen.

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