Erdbeben in Venezuela: Krankenhäuser am Rande des Kollapses – Ermittler plündern Trümmer
Wichtige Fakten
- • Offizielle Todeszahl steigt auf mindestens 1.943.
- • 38 Krankenhäuser beschädigt, drei außer Betrieb.
- • Vier Polizisten festgenommen wegen Plünderung von Trümmern.
- • Satellitendaten: über 58.000 Gebäude beschädigt oder zerstört.
- • UN besorgt 10.000 Leichensäcke; 40.000 Vermisste gemeldet.
Gesundheitssystem am Limit
Die verheerenden Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 vor einer Woche haben Venezuelas ohnehin marodes Gesundheitssystem an den Rand des Kollapses gebracht. Nach offiziellen Angaben sind mindestens 1.943 Menschen gestorben, mehr als 10.000 wurden verletzt. 38 Krankenhäuser wurden beschädigt, drei sind nicht mehr betriebsbereit. Leitende Ärzte berichten anonym von fehlender Ausrüstung wie Röntgengeräten und Computertomographen, was die Versorgung von Erdbebenopfern mit Quetschtraumen erschwert. Die WHO warnt vor zusätzlichen Krankheitsausbrüchen wie Masern und Dengue-Fieber. Das medizinische Personal arbeitet unter enormem Druck, viele arbeiten freiwillig und unbezahlt.
Wachsende Wut auf die Behörden
Die öffentliche Wut über das Krisenmanagement der Regierung wächst. Freiwillige Retter klagen über mangelnde Unterstützung und Kritik an Sicherheitskräften, die angeblich Hilfsgüter beschlagnahmen und plündern. Vier Polizisten wurden festgenommen, weil sie Bargeld aus den Trümmern eines Gebäudes gestohlen haben sollen. Die Regierung spricht von Desinformation und versucht, die Kontrolle über die Berichterstattung zu behalten. Der Zugang zum Katastrophengebiet La Guaira wurde eingeschränkt, was weitere Proteste auslöst. Oppositionsführerin María Corina Machado kündigt ihre Rückkehr an, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen.
Schlechte Bausubstanz als tödliche Falle
Vorläufige Satellitenanalysen deuten auf mehr als 58.000 beschädigte oder zerstörte Gebäude hin – weit mehr als offizielle Zahlen. Viele der eingestürzten Wohnkomplexe wurden unter Hugo Chávez und Nicolás Maduro mit billigen Materialien errichtet. Korruptionsermittlungen aus der Bauphase werden gefordert. Die Suche nach Überlebenden dauert an, doch die Hoffnung schwindet. Ein 21-Jähriger wurde nach 106 Stunden lebend geborgen, aber solche Erfolge werden seltener. Internationale Teams aus den USA, Mexiko und anderen Ländern unterstützen die Rettungsarbeiten.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.