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International 01.07.2026, 05:44 Aktualisiert: 01.07.2026, 12:01

Erdbeben in Venezuela: Überlebende nach sechs Tagen gerettet, doch das Gesundheitssystem am Kollaps

Opferzahl steigt auf 1.943 Tote, über 10.000 Verletzte.

Wichtige Fakten

  • Opferzahl steigt auf 1.943 Tote, über 10.000 Verletzte.
  • Dreijähriger Kleber Morán nach sechs Tagen aus Trümmern gerettet.
  • 58.870 Gebäude durch Erdbeben beschädigt oder zerstört laut NASA.
  • 38 Krankenhäuser beschädigt, drei außer Betrieb.
  • WHO warnt vor Krankheitsausbrüchen wie Masern und Diphtherie.

Rettung und steigende Opferzahlen

Eine Woche nach den verheerenden Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 in Venezuela steigt die offizielle Zahl der Todesopfer auf mindestens 1.943. Über 10.000 Menschen wurden verletzt, Zehntausende gelten weiterhin als vermisst. Ein Hoffnungsschimmer in der Katastrophe: Ein dreijähriger Junge, Klieber Morán, wurde sechs Tage nach den Beben von einem jordanischen Rettungsteam lebend aus den Trümmern in La Guaira geborgen. Die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez bezeichnete die Rettung als „Quelle der Hoffnung für unser Volk“. Dennoch bleiben die meisten Vermissten unauffindbar, und Angehörige durchkämmen verzweifelt die Trümmer, oft ohne Unterstützung durch die schwer bewaffnete Militärpolizei.

Gesundheitssystem unter Extremdruck

Das ohnehin angeschlagene venezolanische Gesundheitssystem steht nach den Erdbeben vor dem Kollaps. Krankenhäusern fehlt grundlegende Ausrüstung wie Röntgengeräte, Computertomographen oder Labore, wie ein leitender Arzt in Caracas anonym berichtet. Laut Regierungsangaben wurden landesweit 38 Krankenhäuser beschädigt, drei sind komplett außer Betrieb. Die WHO warnt vor steigenden Risiken für vermeidbare Krankheiten wie Masern, Diphtherie und Keuchhusten sowie durch Wasser übertragene Infektionen wie Dengue-Fieber und Cholera. Die Zahl der Verletzten überlastet die Einrichtungen, da viele Patienten erst spät versorgt werden können – oft entscheiden Sekunden über Leben und Tod.

Zivile Initiativen und internationale Hilfe

Angesichts des staatlichen Unvermögens wächst die Wut der Bevölkerung auf die Regierung. Ärzteschaft und Zivilgesellschaft organisieren Hilfsangebote in Eigenregie: Privatpersonen betreiben etwa Labore kostenlos für die Krankenhäuser. Internationale Rettungsteams aus den USA, Mexiko, Jordanien und anderen Ländern sind im Einsatz, darunter auch US-Marines, die den Hafen von La Guaira reparieren soll, um die Anlieferung von Hilfsgütern per Schiff zu ermöglichen. Die UN hat einen UN-Sprecher zufolge 47 Tonnen humanitäre Hilfsgüter geliefert, darunter Notfall-Gesundheitskits, Material für sichere Geburten und Mittel zur Krankheitsprävention. Zudem wurden 10.000 Leichensäcke bereitgestellt. Die USA haben über 300 Millionen Dollar für Wasser, Lebensmittel und medizinische Versorgung zugesagt.

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