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International 13.03.2026, 17:00 Aktualisiert: 13.03.2026, 23:07

Vom Schulvideografen zum Oscar-Nominierten: Pavel Talankins Flucht vor Putins Kriegsmaschinerie

Pavel Talankin filmte heimlich Propaganda in russischen Schulen und floh 2024 ins Exil.

Wichtige Fakten

  • Pavel Talankin filmte heimlich Propaganda in russischen Schulen und floh 2024 ins Exil.
  • Seine Dokumentation 'Mr Nobody Against Putin' ist für einen Oscar nominiert und gewann bereits einen Bafta.
  • Der Film zeigt, wie Kinder in Russland militarisiert und auf Krieg vorbereitet werden.
  • Talankin änderte Kriegssymbole an seiner Schule und spielte US-Hymnen als Protest.
  • Über 200.000 Lehrer verließen laut Talankin ihre Jobs, um nicht indoktrinieren zu müssen.

Vom Schulmitarbeiter zum Filmemacher im Exil

Pavel Talankin, ein ehemaliger Videograf an einer Schule in Karabash, Russland, floh im Sommer 2024 ins Exil, nachdem er heimlich Material über die zunehmende Militarisierung und Propaganda im Schulwesen nach der Invasion der Ukraine 2022 sammelte. Seine Dokumentation 'Mr Nobody Against Putin', die er mit dem amerikanischen Regisseur David Borenstein drehte, ist für einen Oscar nominiert und gewann bereits im Februar einen Bafta als bester Dokumentarfilm.

Inhalt und Risiken des Films

Der Film zeigt, wie Talankin als Schulmitarbeiter angewiesen wurde, den neuen patriotischen Lehrplan zu dokumentieren, sich aber stattdessen entschied, als Whistleblower zu agieren. Er filmte unter anderem Wagner-Söldner, die Kindern den Umgang mit Waffen beibrachten, und Lehrer, die über die 'Denazifizierung' der Ukraine sprachen. Aufgrund der Gefahr für sein Leben – unter anderem nach Sichtung eines Polizeiautos vor seiner Wohnung – verließ er Russland und lebt nun an einem geheimen Ort in Europa.

Wirkung und Ziele

Talankin hofft, mit dem Film Russen zu erreichen, die ähnlich kritisch gegenüber dem Regime eingestellt sind, und zeigt, dass fast 200.000 Lehrer ihre Jobs aufgegeben haben, um nicht an der Indoktrination teilzunehmen. Der Film wurde bereits in seiner Heimatstadt Karabash heimlich verbreitet, und eine Oscar-Auszeichnung könnte seine Reichweite weiter erhöhen.

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