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Wissen 23.08.2026, 04:37 Aktualisiert: 23.08.2026, 06:00

Von Wilderern zu Beschützern: Mexikos Schildkrötenparadies

Escobilla in Oaxaca ist nun Schildkröten-Schutzgebiet.

Wichtige Fakten

  • Escobilla in Oaxaca ist nun Schildkröten-Schutzgebiet.
  • Früher plünderten Dorfbewohner die Eier der Oliv-Bastardschildkröten.
  • Mexiko verbot in den 1990ern den Schildkrötenhandel.
  • Heute leben viele durch Ökotourismus wie Delfintouren und Yoga.
  • Hotels verursachen Lichtverschmutzung, die Schildkröten desorientiert.

Vom Wilderer zum Schildkrötenretter

Der Strand von Escobilla im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca hat einen bemerkenswerten Wandel vollzogen: Einst berüchtigt für die Plünderung von Meeresschildkrötennestern, ist er heute ein Zentrum des Ökotourismus. Ehemalige Schildkrötenjägerinnen wie Eloisa Soledad führen nun Touristinnen und Touristen durch das Schutzreservat, erklären das Nistverhalten der Oliv-Bastardschildkröten und räumen den Strand ab. Diese Entwicklung begann vor etwa 30 Jahren, als die Region als Hochburg der Schildkrötenindustrie galt. Die Tiere wurden abgeschlachtet, ihre Eier als Delikatesse verkauft, was zu einem dramatischen Bestandsrückgang führte. In den 1990ern erließ Mexiko ein striktes Handelsverbot, das den Schutz der Tiere ermöglichte, aber die lokale Bevölkerung vor wirtschaftliche Herausforderungen stellte.

Ökotourismus als Lebensgrundlage

Die Umstellung gelang durch den Aufbau einer nachhaltigen Tourismuswirtschaft. In Nachbarorten wie Mazunte entstanden Öko-Lodges, Yoga-Zentren und das mexikanische Schildkrötenzentrum, das Bildungsarbeit leistet und Fischer zu alternativen Einnahmequellen wie Bootstouren oder der Belieferung von Restaurants umgeschult hat. Diese Form des sanften Tourismus bietet den Bewohnern eine Perspektive und schützt gleichzeitig die Schildkröten. Allerdings bringt der Tourismus auch neue Probleme mit sich: Hotels und Restaurants verursachen viel Abfall und Lichtverschmutzung. Letztere beeinträchtigt die Schildkröten erheblich, da das Licht ihr Verhalten stört – frisch geschlüpfte Jungtiere krabbeln beispielsweise an Land statt ins Meer, wo sie oft dehydrieren, wie Bildungskoordinatorin Mireya Viadiu erläutert. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, hat die Kooperative um Soledad Brutgeheide eingerichtet und setzt auf Aufklärung, um Mensch und Tier in Einklang zu bringen.

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