Wärmepumpe zum Kühlen: So geht's
Wichtige Fakten
- • Aktive Kühlung: Wärmepumpe senkt aktiv die Temperatur und transportiert Wärme nach draußen.
- • Passive Kühlung nutzt natürliche Kälte aus Erdreich oder Grundwasser ohne Kompressor.
- • Kühldecken und Fußbodenheizung sind Voraussetzung, klassische Heizkörper reichen nicht aus.
- • Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen ist nur aktive Kühlung möglich, bei Sole-Wasser auch passive.
- • Kosten für Tiefenbohrung und Kühlsystem können hoch sein, etwa 300.000 Euro für Großgebäude.
Funktionsweise von Wärmepumpen in der Kühlung
Wärmepumpen, die üblicherweise zum Heizen genutzt werden, können auch zur Kühlung von Gebäuden eingesetzt werden. Dabei unterscheidet man zwischen aktivem und passivem Kühlen. Beim aktiven Kühlen arbeitet die Wärmepumpe, senkt die Temperatur von Heizflächen wie der Fußbodenheizung und transportiert die aufgenommene Wärme nach draußen. Beim passiven Kühlen wird dagegen die natürliche Kälte aus dem Erdreich oder Grundwasser genutzt, sodass eine Umwälzpumpe die kühle Temperatur ins Haus bringt, ohne dass der Kompressor der Wärmepumpe läuft.
Voraussetzungen für effiziente Kühlung
Um eine Wärmepumpe zur Kühlung nutzen zu können, sind bestimmte Komponenten im Haus erforderlich. Heizungsexperte Marek Miara von Heat Pumps Watch erklärt, dass klassische Heizkörper nicht ausreichen: Mindestens eine Fußbodenheizung, durch die auch kaltes Wasser fließen kann, muss vorhanden sein. Idealerweise kommen noch Kühlelemente an der Decke hinzu, da Kälte nach unten und Wärme nach oben steigt. Allerdings darf die Temperatur nicht zu tief sein, um Kondensation an den Leitungen zu vermeiden. Bei Sole-Wasser oder Grundwasser-Pumpen ist passive Kühlung sparsam, während bei Luft-Wasser-Systemen (etwa 300.000 Euro) nur aktive Kühlung möglich ist.
Kosten und Vorteile der Wärmepumpen-Kühlung
Die Installation einer Wärmepumpe mit Kühlfunktion ist besonders bei Neubauten oder einer umfassenden Sanierung sinnvoll. Die Firma Schamel in Baiersdorf nutzt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die über rund 200 Meter tiefe Erdsonden das Bürogebäude kühlt. Die Gesamtkosten von 300.000 Euro sorgten an heißen Tagen für angenehme 22 Grad. Eine Photovoltaikanlage kann im Sommer den Strom für aktive Kühlung liefern. Wer jedoch nur ein Dachgeschoss schnell kühlen möchte, fährt mit einer klassischen Klimaanlage oft günstiger und schneller. Insgesamt raten Fachleute zu einer individuellen Beratung.
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