Warnstreiks im NRW-Nahverkehr: Köln besonders betroffen - Verhandlungen stocken weiter
Wichtige Fakten
- • Verdi ruft zu Warnstreiks in NRW auf, die Busse und Straßenbahnen lahmlegen.
- • Am Mittwoch gibt es eine Atempause, nur in Köln fallen Stadtbahnen aus.
- • Die Gewerkschaft fordert 37-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und bessere Ruhezeiten.
- • Arbeitgeber halten Forderungen für unrealistisch und verweisen auf Finanzlage der Betriebe.
- • Tarifverhandlungen für über 30.000 Beschäftigte werden am 24. März fortgesetzt.
Übersicht der Warnstreiks
Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt des öffentlichen Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen zu Warnstreiks aufgerufen, die den Betrieb weitgehend lahmlegen. Nach Streiks in Verwaltungen und Kundenzentren am Montag folgten am Dienstag Ausfälle bei Bussen und Straßenbahnen, während am Mittwoch eine Atempause eintrat. Am Donnerstag werden erneut Fahrerinnen und Fahrer von Bussen und Stadtbahnen bestreikt, mit Ausnahmen wie den Stadtwerken Münster und der Aseag in Aachen, die nicht an den Tarifverhandlungen beteiligt sind.
Besondere Lage in Köln
Am Mittwoch gab es nur in Köln gravierende Einschränkungen, da dort die Stadtbahnen im Depot blieben. Grund dafür war, dass Fahrzeuge, die auf der Strecke liegen blieben, nicht repariert oder abgeschleppt werden konnten. Der Busbetrieb wurde aufrechterhalten, jedoch mit möglichen Unregelmäßigkeiten. In anderen NRW-Großstädten herrschte hingegen Normalverkehr, obwohl Werkstätten bestreikt wurden.
Forderungen und Verhandlungsstand
Verdi fordert eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich, verlängerte Ruhezeiten und höhere Sonntagszuschläge. Die Forderungen liegen den Arbeitgebern seit November vor, aber nach zwei Verhandlungsrunden gibt es laut Verdi kein verhandlungsfähiges Angebot. Stattdessen hätten die Arbeitgeber einen Katalog mit Gegenforderungen vorgelegt, ohne konkret auf die Forderungen einzugehen.
Position der Arbeitgeber
Der Kommunale Arbeitgeberverband NRW hält Verdis Forderungen angesichts der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe für unrealistisch und verweist darauf, dass eine 37-Stunden-Woche ohne Produktivitätsausgleich zu Streckenkürzungen und Ticketpreiserhöhungen führen würde. Die Arbeitgeberseite fordert eine lange Laufzeit des Tarifvertrags für Planungssicherheit.
Weitere Entwicklung
Die Tarifverhandlungen werden am 24. März fortgesetzt und betreffen über 30 kommunale Verkehrsunternehmen mit rund 30.000 Beschäftigten. Verdi will den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen, da in NRW im Vergleich zu anderen Bundesländern keine Einigung erzielt wurde. In der vergangenen Woche fanden bereits regionale Warnstreiks statt, um die Verhandlungen voranzutreiben.
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