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International 15.06.2026, 04:00 Aktualisiert: 15.06.2026, 06:02

Weltweit massive Zunahme von Angriffen auf Bildungseinrichtungen

8.556 Angriffe auf Bildung in 83 Ländern dokumentiert.

Wichtige Fakten

  • 8.556 Angriffe auf Bildung in 83 Ländern dokumentiert.
  • Über 10.600 Schüler und Lehrkräfte getötet, verletzt oder entführt.
  • 2.400 Angriffe in Palästina, 900 in der Ukraine.
  • 91% mehr Besetzungen von Schulen durch Militär oder bewaffnete Gruppen.
  • Frauen und Mädchen in elf Ländern geschlechtsspezifisch angegriffen.

Globaler Anstieg der Angriffe auf Bildungseinrichtungen

Eine neue Studie der Global Coalition to Protect Education from Attack (GCPEA) zeigt eine drastische Zunahme von Angriffen auf Bildungseinrichtungen weltweit. Demnach wurden in den Jahren 2024 und 2025 mindestens 8.556 Vorfälle in 83 Ländern registriert, bei denen über 10.600 Schüler und Lehrkräfte getötet, verletzt, entführt oder verhaftet wurden. Dies entspricht einem Anstieg um 40% im Vergleich zu den vorherigen zwei Jahren.

Besonders betroffene Regionen und Formen der Angriffe

Die höchsten Fallzahlen verzeichnen Kolumbien, die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Haiti, Palästina und die Ukraine. In der Ukraine gab es rund 900 Angriffe auf Schulen, während in Palästina mindestens 2.400 Vorfälle gezählt wurden. Die Nutzung von Schulen durch Militär oder bewaffnete Gruppen hat sich mit 1.912 gemeldeten Fällen nahezu verdoppelt (plus 91%).

Besonders besorgniserregend ist die gezielte Bedrohung von Mädchen und Frauen: In elf Ländern wurden sie aufgrund ihres Geschlechts attackiert. Ein Beispiel aus Nigeria: Am 17. November 2025 griffen Bewaffnete ein Mädcheninternat an, töteten die stellvertretende Schulleiterin und entführten 25 Schülerinnen. Auch Schüler mit Behinderungen waren betroffen, etwa durch die Sprengung einer Schule für Kinder mit Behinderungen im Libanon am 11. September 2025 durch das israelische Militär.

Systematische Strategien und internationale Reaktionen

Professor Tejendra Pherali von der University College London bezeichnet die Angriffe als „systematisch und zunehmend strategisch“ und nicht als Einzelfälle. Laut War Child UK haben Angriffe auf Bildung seit 2010 um 373% zugenommen, bei einem Anstieg der in Konflikten lebenden Kinder um 60%. GCPEA-Direktorin Lisa Chung Bender fordert ein Ende der militärischen Nutzung von Schulen, mehr rechtlichen Schutz und Investitionen in Frühwarnsysteme, um diese Angriffe zu verhindern.

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