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Gesellschaft 16.03.2026, 00:32 Aktualisiert: 16.03.2026, 08:13

Wettlauf um 'Menschengemacht'-Label: Kampf gegen KI-Überflutung in kreativen Branchen

Mindestens acht Initiativen weltweit entwickeln 'Menschengemacht'-Labels ähnlich Fair Trade

Wichtige Fakten

  • Mindestens acht Initiativen weltweit entwickeln 'Menschengemacht'-Labels ähnlich Fair Trade
  • Branchen wie Film, Verlagswesen und Musik fordern KI-freie Zertifizierungssysteme
  • Experten kritisieren Verwirrung durch konkurrierende Definitionen von 'KI-frei'
  • Einige Labels wie 'No AI' oder 'Human Written' sind bereits im Einsatz
  • Technische Umsetzung gestaltet sich schwierig, da KI allgegenwärtig ist

Wettlauf um Standards

Weltweit entstehen mindestens acht Initiativen, die ein universell anerkanntes Label für "menschengemachte" Produkte und Dienstleistungen entwickeln wollen, ähnlich dem Fair-Trade-Siegel. Hintergrund ist die wachsende Gegenbewegung zur KI-Nutzung, die befürchtet, dass Jobs und ganze Berufe durch KI-gestützte Automatisierung verdrängt werden. Die Labels wie "Proudly Human", "Human-made" oder "No AI" tauchen bereits in Filmen, Marketing, Büchern und Websites auf.

Verwirrung und Herausforderungen

Experten warnen jedoch vor Verwirrung bei Verbrauchern, da konkurrierende Labels und unklare Definitionen von "KI-frei" den Markt dominieren. KI-Forscherin Sasha Luccioni betont, dass KI mittlerweile so allgegenwärtig und in Alltagswerkzeuge integriert ist, dass eine klare Abgrenzung technisch schwierig wird. Einige Initiativen wie no-ai-icon.com bieten kostenlose Labels an, während andere wie aifreecert auf strenge Prüfverfahren mit Auditoren und KI-Erkennungssoftware setzen.

Branchenbeispiele und Umsetzung

Besonders die Kunst- und Medienbranche treibt die Bewegung voran. Beispielsweise fügte der Filmverleher The Mise en scène Company einen "No AI was used"-Stempel zu einem Filmplakat hinzu, und Verlagshäuser wie Faber and Faber verwenden "Human Written"-Stempel auf Büchern. Unternehmen wie Books by People und Proudly Human entwickeln Zertifizierungssysteme mit Fragebögen und Stichprobenprüfungen, um menschliche Autorschaft zu gewährleisten. Trotzdem bleibt unklar, wie genau "menschengemacht" definiert und überprüft wird, was die Notwendigkeit eines einheitlichen Standards unterstreicht.

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