Entlassung von Fedorow löst anhaltende Proteste in der Ukraine aus
Wichtige Fakten
- • Tausende protestierten am Freitagabend in Kiew gegen Fedorows Ablösung.
- • Fedorow modernisierte die Armee durch Digitalisierung, Drohnen und höhere Soldbezüge.
- • Präsident Selenskyj ernannte Geheimdienstmitarbeiter Jewhenij Chmara zum geschäftsführenden Verteidigungsminister.
- • Fedorow und Generalstabschef Syrski stritten über Führungsansätze, Fedorow bat um Syrskis Entlassung.
- • Demonstrationen gegen die Personalentscheidung fanden auch in anderen Städten statt.
Proteste gegen Fedorows Ablösung halten an
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben am Freitagabend erneut Tausende Menschen gegen die Ablösung des beliebten Verteidigungsministers Mychailo Fedorow protestiert. Die Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und hielten Plakate in die Höhe, auf denen "Bringt Fedorow zurück!" und "Respektiert das Volk!" stand. Fedorow war am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung von Präsident Wolodymyr Selenskyj zurückgetreten. Bereits am Donnerstag gab es Proteste in Kiew und anderen Städten.
Modernisierer stößt auf Widerstand der Militärführung
Der nur sechs Monate amtierende Minister verkörperte die Modernisierung der von Korruption geplagten Armee. Er trieb die Digitalisierung, den Drohneneinsatz und die Gehaltserhöhungen für Soldaten voran. Laut dem Guardian geriet Fedorow jedoch mit dem 60-jährigen Generalstabschef Oleksandr Syrski in Konflikt, der seinen Innovationskurs blockierte. Fedorow forderte angeblich Syrskis Entlassung, was Selenskyj ablehnte. Selenskyj ernannte am Donnerstag Geheimdienstmitarbeiter Jewhenij Chmara zum geschäftsführenden Verteidigungsminister; das Parlament muss noch zustimmen. Khmara soll Reformen Fedorows fortsetzen.
Selenskyjs Führungsstil in der Kritik
Beobachter sehen in der Entscheidung ein Muster, beliebte und potenziell rivalisierende Spitzenkräfte zu entlassen. Derweil reagieren oppositionelle und ukrainische Medien sowie der scheidende britische Premier Keir Starmer irritiert. Selenskyj betonte in einer gemeinsamen Pressekonferenz, er wünsche sich Einheit statt eines Machtkampfs. Die Übernahme von Fedorows Reformen durch Khmara lässt jedoch Zweifel an der nötigen Eigenständigkeit aufkommen, wie der Kyiv Independent vermutet.
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