Wildbaden erhöht Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen und Hautausschläge
Wichtige Fakten
- • Schwimmer erkranken mehr als doppelt so oft an Hautproblemen als Nichtschwimmer.
- • Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen steigt signifikant mit höheren E. coli-Werten.
- • Die WHO hatte 2003 E. coli aus den Empfehlungen gestrichen, die Studie stützt dessen Beibehaltung.
- • Studie mit 2.368 Teilnehmern in Ungarn ist die größte kontrollierte ihrer Art.
- • Hautreizungen stehen laut Studie nicht direkt mit Fäkalbelastung in Verbindung.
- • Standort für E. coli – WHO-Richtlinien für Süßwasser sollten überarbeitet werden.
Die Studie: Wildbaden birgt gesundheitliche Risiken
Eine neue Studie, die im Fachjournal veröffentlicht wurde, zeigt, dass Wildbaden in Flüssen und Seen das Risiko für Magen-Darm-Infektionen und Hautausschläge erhöht. Die Untersuchung mit über 2.368 Teilnehmern in Ungarn ist die größte kontrollierte Studie zu diesem Thema. Die Probanden wurden zufällig ins Wasser geschickt oder blieben am Ufer. Eine Woche später berichteten Schwimmer deutlich häufiger über Durchfall, Erbrechen oder juckende Haut.
Die Kernbefunde: E. coli als entscheidender Faktor
Das Infektionsrisiko korrelierte stark mit der Konzentration von E. coli-Bakterien und coliphagen im Wasser. Bei niedrigeren Werten war kein signifikanter Anstieg zu verzeichnen. Paul Hunter von der University of East Anglia betonte, dass E. coli ein zuverlässiger Indikator für fäkale Verunreinigungen sei. Die WHO habe E. coli aus ihren Empfehlungen gestrichen, doch die Daten zeigten, dass dieser Indikator besser sei als enterococci.
Implikationen für Gesundheitsrichtlinien
Die Erkenntnisse stützen Forderungen, E. coli in den Badegewässer-Richtlinien beizubehalten oder wieder einzuführen. Zudem deutet die Studie auf andere Quellen für Hautirritationen wie Vogelparasiten oder Algen hin. Die Autoren planen weitere Untersuchungen, um die Ursachen genauer zu verstehen.
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