WM-Euphorie als Strohfeuer für den deutschen Einzelhandel
Wichtige Fakten
- • Konsumlaune in Deutschland so schlecht wie seit Februar 2023 nicht mehr.
- • Einzelhandel und Gastronomie erhoffen sich kurzfristige Impulse durch die WM.
- • Experten raten von übertriebenen Erwartungen ab; WM-Effekte verpuffen schnell.
Hoffnung auf das Sommermärchen 2.0
Das Konsumklima in Deutschland ist so schlecht wie seit Jahren nicht. Handel und Gastronomie setzen große Hoffnungen in die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Spielwarenhändler Wolfgang Blatt aus Mannheim erwartet ein „Gemeinschaftsgefühl“, das die Kauflaune beflügelt. Intersport und andere rüsten sich mit Fanartikeln aller 48 Teams. Doch die Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) verfolgt die Spiele zu Hause und gibt vor allem im Lebensmitteleinzelhandel für Snacks und Getränke Geld aus.
Ökonomische Effekte eher gering
Volkswirt Carsten Brzeski warnt: Die WM sei kein Wundermittel für dauerhaftes Wirtschaftswachstum. Schon das „Sommermärchen“ 2006 habe nur vorübergehend positive Impulse gebracht. Das ifo-Institut bestätigt, dass Effekte meist nach Titelgewinnen messbar seien, aber schnell verfliegen. Experten fordern stattdessen konsequente Wirtschaftsreformen.
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