Deutscher Einzelhandel: Umsatzplus vor allem durch Preiserhöhungen
Wichtige Fakten
- • Umsatzplus von 2,2 Prozent (nominal) im ersten Halbjahr.
- • Realer Anstieg nur um 0,7 Prozent.
- • Tankstellen profitieren von höheren Ölpreisen.
- • Lebensmittel handel verzeichnet Rückgang um 1,4 Prozent.
- • Konsumstimmung laut HDE anhaltend schwach.
Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr
Der deutsche Einzelhandel verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Umsatzplus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nach Bereinigung der Inflation betrug das reale Wachstum jedoch nur 0,7 Prozent. Im Mai stiegen die Umsätze real um 1,2 Prozent, bevor sie im Juni wieder leicht zurückgingen.
Branchenunterschiede
Auffällig waren die Tankstellen, die dank höherer Ölpreise durch den Iran-Konflikt real 2,1 Prozent zulegten. Der Lebensmittel-Einzelhandel verlor dagegen 1,4 Prozent, der Nicht-Lebensmittelbereich 1,0 Prozent. Die Verbraucher zeigten sich weiterhin kaufzurückhaltend, was auf die über der Zwei-Prozent-Marke verharrende Inflation und gestiegene Verunsicherung zurückzuführen ist.
Stimmung und Aussichten
Der Handelsverband Deutschland (HDE) spricht von einer „alles andere als guten“ Lage und verweist auf die schwache Konsumstimmung auf dem Niveau des zweiten Corona-Lockdowns. Für das Gesamtjahr 2026 wird nominal ein Umsatzwachstum von zwei Prozent erwartet, real nur 0,5 Prozent. Das ifo-Institut berichtet von einer leichten Aufhellung des Geschäftsklimas im Juli, jedoch bleibt die Stimmung unter dem Vor-Pandemie-Niveau.
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