Wohnungsbau: Baugenehmigungen steigen, doch Iran-Krieg droht Trendumkehr
Wichtige Fakten
- • Baugenehmigungen stiegen im Februar 2026 um rund 25% auf 22.200 Wohnungen.
- • Laut Pestel-Institut fehlen in Deutschland derzeit etwa 1,4 Millionen Wohnungen.
- • Der Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflation, was Materialmangel verschärfen kann.
- • Das ifo-Institut meldet pessimistischere Geschäftserwartungen im Wohnungsbau für März 2026.
- • Experten fordern mindestens 30.000 monatliche Genehmigungen, um die Wohnungskrise zu lösen.
Trendwende mit Risiken
Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland hat zu Beginn des Jahres 2026 deutlich zugenommen, mit einem Plus von 16% in den ersten beiden Monaten und fast 25% im Februar allein, was eine Trendumkehr nach Jahren des Rückgangs signalisiert. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im Januar und Februar 41.700 Wohnungen genehmigt, während das Pestel-Institut einen Mangel von rund 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland feststellt und jährlich 400.000 Neubauten bis 2030 empfiehlt, um das Defizit abzubauen.
Geopolitische Bedrohungen
Doch dieser Aufschwung ist gefährdet: Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus haben Energiepreise in die Höhe getrieben, was die Inflation anheizt und Materialengpässe verschärfen könnte. Das ifo-Institut berichtet von einer Verschlechterung der Stimmung im Wohnungsbau im März, mit pessimistischeren Geschäftserwartungen aufgrund der Sorge vor steigenden Zinsen, die Bau- und Kaufkosten erhöhen würden.
Unsicherer Ausblick
Experten wie der Zentralverband Deutsches Baugewerbe betonen, dass selbst die gestiegenen Genehmigungszahlen zu niedrig sind, um die Wohnungskrise zu lösen, und fordern mindestens 30.000 monatliche Genehmigungen. Die Notenbanken könnten gezwungen sein, die Leitzinsen zu erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen, was den Bau weiter belasten und die erhoffte Wende am Wohnungsmarkt gefährden würde.
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