Zürichs Erfolgsmodell: Drogen-Mikrohandel in Konsumräumen als Vorbild für deutsche Städte
Wichtige Fakten
- • In Zürich werden monatlich 25.000 Konsumvorgänge in Drogenkonsumräumen registriert, 70% mit Crack.
- • Die Duldung von Mikrohandel in Konsumräumen soll die offene Drogenszene eindämmen und Betreuung sichern.
- • Köln und Düsseldorf planen Modellversuch angelehnt an Zürichs Vorgehen.
- • Zürich hatte in den 80ern und 90ern Probleme mit offener Szene auf Platzspitz und Letten.
Erfolgreiches Modell in Zürich
In Zürich wird seit Jahren ein pragmatischer Ansatz zur Drogenpolitik verfolgt, der nun als Vorbild für deutsche Städte dient. Die Stadt duldet in ihren Drogenkonsumräumen den sogenannten Mikrohandel mit Substanzen wie Crack, obwohl dieser offiziell verboten ist. Diese Toleranz hat dazu beigetragen, die offene Drogenszene, die in den 1980er und 1990er Jahren auf dem Platzspitz und im Letten für erhebliche Probleme sorgte, deutlich einzudämmen.
Positive Effekte auf das städtische Umfeld
Die Strategie verfolgt mehrere Ziele: Sie ermöglicht den Kontakt zwischen Drogenabhängigen und Betreuungsdiensten, reduziert die Beschaffungskriminalität und verhindert negative Begleiterscheinungen wie herumliegendes Spritzbesteck oder vermüllte Parks. Florian Meyer von der Stadt Zürich betont, dass der Mikrohandel der Schlüssel zur Eindämmung der offenen Szene sei. Würde man ihn unterbinden, drohten die Süchtigen wieder in die Öffentlichkeit abzuwandern.
Aktuelle Herausforderungen
Trotz der Erfolge stehen neuartige Probleme an: Immer mehr Drogenabhängige aus dem Umland drängen nach Zürich, da sie hier Hilfe und Drogenkonsumräume finden. Die regulären Angebote sind jedoch auf Einwohner beschränkt, weshalb die Stadt über nicht genügend Kapazitäten verfügt. Ein geplanter vierter Betreuungsstandort lässt weiter auf sich warten.
Deutsche Städte als Vorreiter?
Köln und Düsseldorf planen nun einen Modellversuch, der an das Zürcher Vorbild angelehnt ist. Damit bestünde die Möglichkeit, dass deutsche Städte künftig eine pragmatischere Haltung einnehmen, ohne den Mikrohandel zu legalisieren. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik reagiert und ob ähnliche Ergebnisse erzielt werden können wie in der Schweiz.
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