Thema: Ali Chamenei

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Samstag, 17. Januar 2026
International 17.01.2026, 14:43
17.01.2026, 20:04
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Chamenei gibt „Tausende“ Tote bei Protesten zu, droht „Aufrührern“ – USA warnen Iran vor Angriffen auf Stützpunkte

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat erstmals öffentlich eingeräumt, dass bei den seit dem 28. Dezember andauernden Protesten „Tausende“ Menschen getötet wurden; einige seien auf „unmenschliche, brutale“ Weise ums Leben gekommen.

Chamenei machte US-Präsident Donald Trump für die Unruhen und die Opfer verantwortlich, sprach von einer „amerikanischen Verschwörung“ und bezeichnete Trump als „Kriminellen“.

Chamenei kündigte ein hartes Vorgehen gegen „Aufrührer“ an und erklärte, man werde „einheimische Verbrecher“ nicht verschonen.

Die in den USA ansässige Iranian Human Rights Activists News Agency (HRANA) beziffert die Zahl der Toten auf mindestens 3.090; andere Gruppen nennen höhere Zahlen, eine unabhängige Verifizierung ist wegen der Informationssperre schwierig.

Menschenrechtsgruppen und Aktivisten berichten, Sicherheitskräfte seien mit großer Gewalt gegen Demonstrierende vorgegangen; diese Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

BBC Persian und BBC Verify haben Videos authentifiziert, die Sicherheitskräfte beim Schusswaffeneinsatz gegen Demonstrierende zeigen.

Die Organisation NetBlocks meldete, dass die Konnektivität zeitweise bei rund 2% des Normalniveaus lag; zugleich gebe es erste Verbindungen, aber keine Anzeichen für eine wesentliche Rückkehr zu normalem Internet.

Bewohner aus Teheran berichteten, dass SMS über Mobilfunk seit Kurzem wieder möglich seien; aus dem Ausland gesendete SMS kämen jedoch nicht an, und viele Nutzer hätten weiterhin nur Zugriff auf ein staatlich kontrolliertes nationales Intranet.

Das US-Außenministerium teilte mit, man habe Berichte erhalten, wonach Iran Optionen für Angriffe auf amerikanische Stützpunkte vorbereite, und warnte Teheran vor einer „sehr, sehr starken“ militärischen Reaktion.

Reza Pahlavi, der Sohn des gestürzten Schahs, rief zu neuen Protesten auf und zeigte sich zuversichtlich, dass die iranische Führung fallen werde.

Ausblick

"Die Lage bleibt schwer einzuschätzen, da Internet und Kommunikation weiterhin stark eingeschränkt sind. Chameneis Drohungen und die US-Warnungen erhöhen das Eskalationsrisiko, während Oppositionsaufrufe (u. a. durch Reza Pahlavi) auf eine mögliche neue Protestwelle hindeuten. Gleichzeitig deuten Berichte auf zuletzt weniger sichtbare Unruhen hin, was auch mit der massiven Repression zusammenhängen könnte."