Stand: 15.01.2026 – Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte in einem Fox‑News‑Interview, es gebe keine Pläne für Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Massenprotesten; er betonte, "Erhängen ist nicht in Frage" und dass der Iran "seit 20 Jahren bereit für Verhandlungen" mit den USA sei.
US‑Präsident Donald Trump sagte, er habe aus einer "zuverlässigen Quelle" die Information erhalten, dass die Tötungen im Iran aufgehört hätten; er drohte jedoch mit "sehr harten" Gegenmaßnahmen, sollten dennoch Hinrichtungen stattfinden.
Die iranische Justiz bestätigte im Staatsfernsehen, dass der 26‑jährige Erfan Soltani "nicht zum Tode verurteilt" worden sei; die ihm vorgeworfenen Anklagen ("Propaganda gegen das System", "Handlungen gegen die nationale Sicherheit") würden nach Angaben der Justiz nicht mit der Todesstrafe geahndet.
Menschenrechtsorganisationen wie Hengaw warnen, Soltanis Leben bleibe weiterhin gefährdet und er habe möglicherweise keinen gesicherten Zugang zu einem Anwalt gehabt.
Der oberste Richter Gholamhossein Mohseni‑Edschei hatte zuvor schnelle Verfahren und harte Strafen für angebliche "Rädelsführer" gefordert, was auf eine parallele innenpolitische Verschärfung hindeutet.
Nach Angaben von Aktivisten wurden bei der Niederschlagung der Proteste mehr als 3.400 Menschen getötet; HRANA meldete etwa 2.435 Tote. Berichte nennen außerdem 13 getötete Kinder und 153 Angehörige der Sicherheitskräfte; rund 18.470 Festnahmen wurden gemeldet.
Der Iran schloss zeitweise seinen Luftraum; zahlreiche Fluggesellschaften umflogen das Land (u. a. Lufthansa vermeidet iranischen und irakischen Luftraum und schränkte Verbindungen nach Tel Aviv und Amman ein).
Seit Beginn der Unruhen gibt es einen weitreichenden Internet‑Blackout; seit kurzem sollen Auslandsgespräche aus dem Iran wieder möglich sein, Rückrufe jedoch nicht. Sicherheitsorgane und ausgewählte Staatsmedien sind ausgenommen; viele Menschen umgehen die Sperre mit illegal eingeführten Starlink‑Terminals.
Neu: Die US‑Regierung hat als Reaktion auf das Vorgehen gegen Demonstranten neue Sanktionen angekündigt. Nach Angaben des US‑Finanzministeriums (Stand 15.01.2026) richten sich Maßnahmen gegen 18 Personen und Firmen, darunter der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats Ali Laridschani.
Die Sanktionen zielen insbesondere darauf ab, Einnahmen aus dem Erdölgeschäft und verdeckte Bankennetzwerke zu unterbinden, über die Gelder an die Führung fließen sollen.
Die USA haben außerdem Personalverlegungen und Warnungen an Staatsbürger vorgenommen (u. a. Aufforderungen, den Iran zu verlassen; Verlegungen von Mitarbeitern an einem Luftwaffenstützpunkt in Katar wurden berichtet).
Internationale Reaktionen: Staaten bestellten Botschafter ein, einige schränkten Botschaftsarbeit ein oder forderten Staatsbürger zum Verlassen des Landes auf; der UN‑Sicherheitsrat berief eine Dringlichkeitssitzung ein.