Thema: Bündnis Soziales Wohnen

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Donnerstag, 15. Januar 2026
Inland 15.01.2026, 11:36
15.01.2026, 20:14
Score: 20

Wohnungsnot in Deutschland erreicht Rekordniveau – Regierung kündigt Erleichterungen an

Der ‚Soziale Wohn‑Monitor‘ des Pestel‑Instituts kommt zum Ergebnis, dass Ende 2024 bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlten (Stand der Berichterstattung: 15.01.2026).

Im Jahr 2024 wurden nach Studieangaben nur rund 220.000 Wohnungen fertiggestellt; das Institut erwartet kurzfristig nur etwa 200.000 Neubauten pro Jahr – etwa halb so viele wie der angenommene Bedarf.

Bis 2030 könnte sich der Gesamtnachholbedarf auf bis zu 2,4 Millionen zusätzliche Wohnungen summieren.

Auftraggeber der Studie ist das Bündnis Soziales Wohnen (u. a. Deutscher Mieterbund, IG BAU, Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau).

Sozialwohnungen sind auf etwa eine Million geschrumpft, obwohl rund die Hälfte der mehr als 23 Millionen Mieterhaushalte Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS) hätte; Ziel sei eine mindestens zweifache Erhöhung der Sozialwohnungen.

Besonders betroffen sind junge Menschen bis 25 Jahre (Auszubildende, Studierende, Berufseinsteiger), Ältere (v. a. Babyboomer mit kleinen Renten) und Menschen mit Behinderung; Studierende geben durchschnittlich 53 % ihres Monatsbudgets für Wohnen aus.

In absoluten Zahlen fehlen Ende 2024 besonders viele Wohnungen in Nordrhein‑Westfalen (ca. 376.000) und Bayern (ca. 233.000).

Die Autoren sehen den Wohnungsmangel als Wirtschaftsbremse: Ohne Aufschwung im Wohnungsbau könne Deutschland benötigte Zuwanderung für die Arbeitsmärkte nicht gewinnen und die Wachstumsschwäche nicht überwinden (Zitat Pestel‑Chefökonom Matthias Günther).

Kritisiert wird die Förderpraxis des Bundes: zugesagte Mittel für den sozialen Wohnungsbau werden gestaffelt über fünf Jahre ausgezahlt, wodurch die Länder Bauprojekte vorfinanzieren müssen – das hemmt den Neubau.

Die Studie basiert auf Daten der Statistischen Ämter; Leerstände in Deutschland werden zwar geschätzt, würden die Probleme regional (insbesondere im Westen) aber nicht lösen.

Die Bundesregierung kündigte in Reaktion an, zügig bezahlbaren Wohnraum schaffen zu wollen und Erleichterungen für Kommunen in Aussicht zu stellen (keine detaillierten Umsetzungsschritte im Bericht genannt).

Das Bündnis Soziales Wohnen fordert einen Bund‑Länder‑Pakt, verlässlichere und schnellere Finanzierung, mehr Sozialwohnungen sowie gezielte Vergaberegeln (z. B. Quoten oder vorübergehende Bevorzugung) für Menschen mit Behinderungen und andere stark benachteiligte Gruppen.

Ausblick

"Ohne schnelle, konkrete Maßnahmen auf Bundes- und Länderebene – insbesondere eine Reform der Förderpraxis und ein verbindlicher Bund‑Länder‑Pakt zum sozialen Wohnungsbau – ist in den nächsten Jahren keine grundlegende Entspannung des Marktes zu erwarten. Die Ankündigung der Bundesregierung, Kommunen zu entlasten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist ein erstes politisches Signal, bleibt aber derzeit vage; der Effekt hängt von konkreten Finanzierungs‑ und Umsetzungsregelungen ab."