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Wohnungsnot in Deutschland erreicht Rekordniveau – Regierung kündigt Erleichterungen an
Der ‚Soziale Wohn‑Monitor‘ des Pestel‑Instituts kommt zum Ergebnis, dass Ende 2024 bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlten (Stand der Berichterstattung: 15.01.2026).
Wichtige Fakten
- • Der ‚Soziale Wohn‑Monitor‘ des Pestel‑Instituts kommt zum Ergebnis, dass Ende 2024 bundesweit rund 1,4 Millionen Wohnungen fehlten (Stand der Berichterstattung: 15.01.2026).
- • Im Jahr 2024 wurden nach Studieangaben nur rund 220.000 Wohnungen fertiggestellt; das Institut erwartet kurzfristig nur etwa 200.000 Neubauten pro Jahr – etwa halb so viele wie der angenommene Bedarf.
- • Bis 2030 könnte sich der Gesamtnachholbedarf auf bis zu 2,4 Millionen zusätzliche Wohnungen summieren.
- • Auftraggeber der Studie ist das Bündnis Soziales Wohnen (u. a. Deutscher Mieterbund, IG BAU, Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau).
- • Sozialwohnungen sind auf etwa eine Million geschrumpft, obwohl rund die Hälfte der mehr als 23 Millionen Mieterhaushalte Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS) hätte; Ziel sei eine mindestens zweifache Erhöhung der Sozialwohnungen.
- • Besonders betroffen sind junge Menschen bis 25 Jahre (Auszubildende, Studierende, Berufseinsteiger), Ältere (v. a. Babyboomer mit kleinen Renten) und Menschen mit Behinderung; Studierende geben durchschnittlich 53 % ihres Monatsbudgets für Wohnen aus.
- • In absoluten Zahlen fehlen Ende 2024 besonders viele Wohnungen in Nordrhein‑Westfalen (ca. 376.000) und Bayern (ca. 233.000).
- • Die Autoren sehen den Wohnungsmangel als Wirtschaftsbremse: Ohne Aufschwung im Wohnungsbau könne Deutschland benötigte Zuwanderung für die Arbeitsmärkte nicht gewinnen und die Wachstumsschwäche nicht überwinden (Zitat Pestel‑Chefökonom Matthias Günther).
- • Kritisiert wird die Förderpraxis des Bundes: zugesagte Mittel für den sozialen Wohnungsbau werden gestaffelt über fünf Jahre ausgezahlt, wodurch die Länder Bauprojekte vorfinanzieren müssen – das hemmt den Neubau.
- • Die Studie basiert auf Daten der Statistischen Ämter; Leerstände in Deutschland werden zwar geschätzt, würden die Probleme regional (insbesondere im Westen) aber nicht lösen.
- • Die Bundesregierung kündigte in Reaktion an, zügig bezahlbaren Wohnraum schaffen zu wollen und Erleichterungen für Kommunen in Aussicht zu stellen (keine detaillierten Umsetzungsschritte im Bericht genannt).
- • Das Bündnis Soziales Wohnen fordert einen Bund‑Länder‑Pakt, verlässlichere und schnellere Finanzierung, mehr Sozialwohnungen sowie gezielte Vergaberegeln (z. B. Quoten oder vorübergehende Bevorzugung) für Menschen mit Behinderungen und andere stark benachteiligte Gruppen.
Der jüngste ‚Soziale Wohn‑Monitor‘ des Pestel‑Instituts, im Auftrag des Bündnisses Soziales Wohnen erstellt, dokumentiert ein Rekorddefizit beim Wohnraum in Deutschland: Ende 2024 fehlten demnach rund 1,4 Millionen Wohnungen. Matthias Günther, Chefökonom des Pestel‑Instituts, warnte in Berlin, dass für die nächste Zeit nur mit etwa 200.000 Neubauten pro Jahr gerechnet werden könne – deutlich weniger als der angenommene Bedarf; 2024 wurden laut Studie nur rund 220.000 Wohnungen fertiggestellt. Bis 2030 könnte sich der Bedarf auf bis zu 2,4 Millionen Einheiten summieren.
Die Lage trifft besonders junge Menschen (bis 25), ältere Haushalte und Menschen mit Behinderung hart. Studierende geben im Schnitt 53 % ihres Budgets für Wohnen aus; viele Ausbildungsverträge kämen nicht zustande, weil Auszubildende keine bezahlbare Unterkunft fänden. Sozialwohnungen sind auf etwa eine Million gesunken, obwohl rund die Hälfte der mehr als 23 Millionen Mieterhaushalte Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein hätte – das Bündnis fordert eine mindestens zweifache Aufstockung.
Regional sind die Lücken groß: Nordrhein‑Westfalen (ca. 376.000 fehlende Wohnungen) und Bayern (ca. 233.000) führen die Statistik an. Die Studie macht deutlich, dass der Wohnungsmangel inzwischen eine Bremse für die Wirtschaft darstellt: Ohne mehr Wohnraum lasse sich notwendige Zuwanderung für die Arbeitsmärkte nicht gewinnen.
Als zentrale Hürde für mehr Neubau sehen die Autoren die aktuelle Förderpraxis des Bundes, wonach Mittel für den sozialen Wohnungsbau über fünf Jahre gestaffelt ausgezahlt werden und die Länder Projekte vorfinanzieren müssen. Zwar gibt es in Deutschland zahlreiche Leerstände, doch deren Wiederverwendung löse die regionalen Engpässe nicht.
Als Reaktion kündigte die Bundesregierung an, schnell bezahlbaren Wohnraum schaffen und Kommunen entlasten zu wollen. Das Bündnis Soziales Wohnen fordert darüber hinaus einen verbindlichen Bund‑Länder‑Pakt, verlässlichere und schnellere Finanzierung, mehr Sozialwohnungen sowie Vergaberegeln (Quoten/zeitlich befristete Bevorzugung) für Menschen mit Behinderungen und andere besonders benachteiligte Gruppen. Solange konkrete, zügig wirksame Maßnahmen ausbleiben, bleibt die Lage nach Einschätzung des Pestel‑Instituts angespannt.
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