Laut einer Studie des Münchner ifo Instituts ist der Umsatzanteil produktbegleitender Dienstleistungen in den vergangenen zehn Jahren in allen Industriezweigen gestiegen.
Besonders stark bieten Maschinenbauer produktbegleitende Dienstleistungen an; auch Fahrzeugbauer und Unternehmen der Elektroindustrie gehören zu den Vorreitern.
Unternehmen mit Forschung und Entwicklung erzielen im Schnitt 7,8% ihres Umsatzes mit produktbegleitenden Dienstleistungen; bei KI-Einsatz liegt der Anteil bei 8,6%.
ifo-Forscher Stefan Sauer sieht einen positiven Zusammenhang zwischen der Innovationstätigkeit eines Unternehmens und seinem Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen.
ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser nennt als zusätzlichen Druckfaktor eine veränderte Handelspolitik: eine neue Zollwelle (vor allem in den USA) sowie chinesische Subventionen, die den Wettbewerb verzerren; er spricht von unfairen Handelspraktiken.
Der Trend begünstigt, dass klassische Produktion häufiger ins Ausland verlagert wird, während Entwicklung, Service und Planung an Bedeutung gewinnen.
Ökonom Martin Lück (Makro Monkey) beschreibt die Verschiebung von der Hardware-Produktion hin zu Beratung und Instandhaltung und plädiert für ein neues Industrieverständnis (mehr wissensintensive Arbeit).
DekaBank-Chefvolkswirt Ulrich Kater fordert, die Produktionsbedingungen in Deutschland zu verbessern, damit Unternehmen mit der Fertigung im Land bleiben; er betont zugleich, der politische Erkenntnisprozess sei noch nicht weit genug.
Ausblick
"Ob das stärker dienstleistungsorientierte Industrie-Modell dauerhaft trägt, ist laut ifo noch offen. Angesichts brüchiger werdender Grundlagen der globalen Arbeitsteilung und zunehmender handelspolitischer Konflikte dürfte der Druck steigen, entweder Service- und Wissensbereiche weiter auszubauen oder – wie von Kater gefordert – die Standortbedingungen für Produktion in Deutschland deutlich zu verbessern."