Der Bundestag berät am 15. Januar 2026 über ein Gesetz, das den Start des verpflichtenden Tierhaltungskennzeichens für Schweinefleisch erneut auf Anfang 2027 verschiebt.
Das Kennzeichen war 2023 von der damaligen Ampel-Regierung beschlossen worden und sieht fünf Stufen vor (z. B. 'Stall', 'Stall plus Platz', 'Auslauf/Weide' bis 'Bio').
Ursprünglich sollte die Pflichtkennzeichnung bereits ab August 2025 auf frischem Schweinefleisch stehen; bislang ist das Label nicht im Handel sichtbar.
Die Kennzeichnung sollte zunächst nur für frisches Schweinefleisch gelten (nicht für verarbeitete Produkte wie Wurst).
Die schwarz-rote Koalition will die zusätzliche Zeit nutzen, um die Kriterien der Haltungsstufen grundlegend zu ändern und ein neues Konzept zu erarbeiten, das erneut dem Bundestag vorgelegt werden muss.
SPD-Abgeordneter Jens Behrens bezeichnet die bisherige Fassung als nicht praktikabel, fordert Änderungen an den Vorgaben für die Stufen und will die Kennzeichnungspflicht auch auf die Gastronomie ausweiten.
Der Deutsche Bauernverband (Generalsekretärin Stefanie Sabet) begrüßt die Verschiebung wegen der zu erwartenden bürokratischen Belastungen, fordert die Nutzung bereits etablierter Systeme und verlangt eine Kennzeichnung importierten Schweinefleisches.
Die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer warnt, das Gesetz könnte auf unbestimmte Zeit verzögert oder verwässert werden; die Grünen hatten ursprünglich ein umfassenderes Label gefordert.
Schwarz-Rot plant in den kommenden Monaten ein neues Konzept auszuarbeiten; Zeitpunkt und endgültige Ausgestaltung der Einführung bleiben offen.
Ausblick
"Kurzfristig bleibt die Einführung des Tierhaltungskennzeichens unsicher: Formal ist eine Verschiebung auf Anfang 2027 vorgesehen, praktisch hängt der Zeitplan vom Ergebnis der Neufassung und einer erneuten Bundestagsabstimmung ab. Wichtige Streitpunkte sind die konkreten Kriterien der fünf Stufen, die Ausweitung auf die Gastronomie sowie die Einbeziehung importierten Fleisches. Die Debatte könnte zu weiteren Verzögerungen führen, zugleich besteht Druck seitens Landwirten und Teilen der Politik, bürokratische Belastungen zu reduzieren und auf bestehende Systeme zurückzugreifen."