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Politik 15.01.2026, 10:25 Aktualisiert: 15.01.2026, 16:25

Tierhaltungskennzeichen für Schweinefleisch: Bundestag berät — Einführung erneut verschoben, schwarz-rot will System grundlegend überarbeiten

Der Bundestag berät am 15. Januar 2026 über ein Gesetz, das den Start des verpflichtenden Tierhaltungskennzeichens für Schweinefleisch erneut auf Anfang 2027 verschiebt.

Wichtige Fakten

  • Der Bundestag berät am 15. Januar 2026 über ein Gesetz, das den Start des verpflichtenden Tierhaltungskennzeichens für Schweinefleisch erneut auf Anfang 2027 verschiebt.
  • Das Kennzeichen war 2023 von der damaligen Ampel-Regierung beschlossen worden und sieht fünf Stufen vor (z. B. 'Stall', 'Stall plus Platz', 'Auslauf/Weide' bis 'Bio').
  • Ursprünglich sollte die Pflichtkennzeichnung bereits ab August 2025 auf frischem Schweinefleisch stehen; bislang ist das Label nicht im Handel sichtbar.
  • Die Kennzeichnung sollte zunächst nur für frisches Schweinefleisch gelten (nicht für verarbeitete Produkte wie Wurst).
  • Die schwarz-rote Koalition will die zusätzliche Zeit nutzen, um die Kriterien der Haltungsstufen grundlegend zu ändern und ein neues Konzept zu erarbeiten, das erneut dem Bundestag vorgelegt werden muss.
  • SPD-Abgeordneter Jens Behrens bezeichnet die bisherige Fassung als nicht praktikabel, fordert Änderungen an den Vorgaben für die Stufen und will die Kennzeichnungspflicht auch auf die Gastronomie ausweiten.
  • Der Deutsche Bauernverband (Generalsekretärin Stefanie Sabet) begrüßt die Verschiebung wegen der zu erwartenden bürokratischen Belastungen, fordert die Nutzung bereits etablierter Systeme und verlangt eine Kennzeichnung importierten Schweinefleisches.
  • Die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer warnt, das Gesetz könnte auf unbestimmte Zeit verzögert oder verwässert werden; die Grünen hatten ursprünglich ein umfassenderes Label gefordert.
  • Schwarz-Rot plant in den kommenden Monaten ein neues Konzept auszuarbeiten; Zeitpunkt und endgültige Ausgestaltung der Einführung bleiben offen.
Die schwarz-rote Koalition will das staatliche Tierhaltungskennzeichen für Schweinefleisch später und grundlegend anders einführen als ursprünglich geplant. Der Bundestag berät am 15. Januar 2026 über ein Gesetz, das den Beginn der verpflichtenden Kennzeichnung erneut auf Anfang 2027 verschiebt. Das 2023 von der Ampel beschlossene Label mit fünf Stufen (unter anderem 'Stall', 'Stall plus Platz', 'Auslauf/Weide' bis 'Bio') sollte eigentlich schon ab August 2025 auf frischem Schweinefleisch erscheinen, ist bislang jedoch nicht im Handel zu finden. Die Koalition will das kommende Jahr nutzen, um die Kriterien der Haltungsstufen zu überarbeiten. SPD-Abgeordneter Jens Behrens bezeichnet die bisherige Fassung als unpraktikabel und fordert neben einer Anpassung der Stufen auch die Ausweitung der Kennzeichnungspflicht auf die Gastronomie, damit Verbraucher etwa beim Restaurant-Schnitzel Informationen zur Tierhaltung erhalten. Der Deutsche Bauernverband begrüßt die Verzögerung mit Blick auf die bürokratischen Anforderungen, mahnt aber an, auf bereits etablierte Systeme zurückzugreifen und verlangt, dass auch importiertes Schweinefleisch gekennzeichnet wird. Die Grünen warnen dagegen, das Projekt könne dadurch auf unbestimmte Zeit verschoben oder verwässert werden. Das schwarz-rote Bündnis will in den nächsten Monaten ein neues Konzept erarbeiten; dieses muss erneut dem Bundestag vorgelegt werden, sodass Zeitpunkt und konkrete Ausgestaltung der endgültigen Einführung weiterhin offen sind.

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