Thema: Energie-Notstand

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Freitag, 16. Januar 2026
International 16.01.2026, 04:27
16.01.2026, 12:10
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Energie-Notstand in der Ukraine: In Kiew weiter Hunderte Häuser ohne Heizung – Streit zwischen Selenskyj und Klitschko

Präsident Wolodymyr Selenskyj rief einen Energie-Notstand aus, der der Regierung mehr Handlungsspielraum bei Strom-Einspeisung und Abschaltungen gibt.

In Kiew sind laut Stadtverwaltung weiterhin rund 300 mehrstöckige Wohnhäuser ohne Heizung – bei Außentemperaturen im zweistelligen Minusbereich.

Nach Angriffen in der vergangenen Woche auf Wärmekraftwerke waren zeitweise rund 6.000 Häuser ohne Heizung.

Selenskyj forderte, innerhalb von 24 Stunden Lösungen zu erarbeiten, insbesondere für einen verstärkten Import von Strom sowie die vollständige Ausschöpfung aller Notstromkapazitäten.

Die Regierung richtete Koordinierungsstäbe für Kiew und landesweit ein, um Maßnahmen zu steuern und die Versorgung kritischer Infrastruktur (z. B. Krankenhäuser) zu priorisieren.

Es wird mit zusätzlichen Notabschaltungen beim Strom gerechnet, die zu bereits geplanten Abschaltungen hinzukommen können.

Das Innenministerium soll die Bevölkerung besser informieren; über die Notrufnummer 112 sollen Menschen erfahren können, wo Hilfe verfügbar ist und wie es um Strom- und Fernwärmeversorgung steht.

In Kiew gibt es rund 1.200 beheizte Anlaufstellen („Punkte der Unbezwingbarkeit“) in öffentlichen Gebäuden und Zelten; diese sollen auch während der nächtlichen Ausgangssperre zugänglich sein.

Energie-Experte Wolodymyr Omeltschenko (Rasumkow-Zentrum) erwartet „schwere Wochen“ und rechnet damit, dass Russland mindestens bis März versuchen wird, das Stromnetz vor allem in der Hauptstadt zu treffen; danach könne sich die Lage mit milderem Wetter und mehr Sonne entspannen.

Omeltschenko beziffert den Ausbau dezentraler Energieversorgung in Kiew auf etwa 50 Megawatt; nach seiner Schätzung wären in den fast vier Kriegsjahren rund 400 Megawatt möglich gewesen, etwa über Blockheizkraftwerke.

Innenpolitisch gibt es Streit zwischen Selenskyj und Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko über Versäumnisse bei der Energiesicherheit; Omeltschenko sieht ein generelles politisches Versäumnis und kritisiert besonders die Stadtführung.

Als Beispiel westlicher Unterstützung wurde die Lieferung eines Transformators aus Karlsruhe für ein Umspannwerk genannt (Mitteilung der deutschen Botschaft in Kiew).

Ausblick

"Kurzfristig bleibt die Lage angespannt: Bei anhaltender Kälte sind weitere (auch ungeplante) Stromabschaltungen möglich, während die Regierung binnen 24 Stunden zusätzliche Maßnahmen – vor allem beim Stromimport und der Nutzung von Notstrom – vorlegen soll. Mittelfristig wird eine Entspannung frühestens ab März erwartet, sofern Wetter und Solarstromerzeugung die Netzstabilität verbessern und zusätzliche westliche Unterstützung greift."