In Leipzig nahmen laut Polizei am Samstag rund 3.000 Menschen an Demonstrationen mit unterschiedlichen Positionen zum Nahostkonflikt teil.
Ein propalästinensischer Aufzug führte vom Connewitzer Kreuz über die Karl-Liebknecht-Straße in Richtung Innenstadt bis zum Augustusplatz; dort fand eine Abschlusskundgebung statt.
Beim propalästinensischen Aufzug wurden Israel-feindliche Parolen skandiert, darunter „Israel bombardieren, nieder mit den Zionisten“.
Nach Reporterangaben wurde im propalästinensischen Aufzug Pyrotechnik gezündet; zudem setzte die Polizei das Vermummungsverbot durch. Festnahmen gab es dabei laut Bericht nicht.
Ein MDR-Team wurde aus der propalästinensischen Kundgebung heraus angegriffen; laut MDR kam es nach einer vorherigen Verfolgung und einer Eskalation beim Abdrängen zu einem Handgemenge, bei dem ein Security-Mitarbeiter einen Ellenbogenschlag ins Gesicht bekam. Die Polizei schritt ein, nahm Personalien auf und stellte Begleitschutz.
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) war vor Ort und betonte die Gefahr von Linksextremismus.
Der angekündigte Demonstrationszug der rechtsextremen „Freien Sachsen“ kam laut Polizei mangels Teilnehmern nicht zustande; angemeldet waren rund 30 Teilnehmende.
Laut Versammlungsbehörde waren insgesamt acht Kundgebungen und Demonstrationen angemeldet.
Rund 1.000 Polizeibeamte waren laut MDR im Einsatz.
Das Connewitzer Kreuz wurde am frühen Samstagabend nach stundenlangen Sperrungen wieder für den Straßenverkehr freigegeben.
Die Stadt Leipzig hatte für Connewitz und die Südvorstadt per Allgemeinverfügung ein umfangreiches Waffen- und Vermummungsverbot während des Protestgeschehens verhängt.
Ausblick
"Nach Auflösung der Versammlungen dürfte sich die Lage im Leipziger Süden vorerst normalisieren. Offen bleibt, ob es nach dem Angriff auf das MDR-Team sowie wegen der gerufenen Parolen zu weiteren polizeilichen Ermittlungen oder versammlungsrechtlichen Maßnahmen kommt."