In Portugal findet am 18. Januar 2026 die Präsidentschaftswahl zur Nachfolge von Marcelo Rebelo de Sousa statt.
Zur Wahl stehen elf Kandidaten (zehn Männer, eine Frau).
Für den Wahlsieg ist eine absolute Mehrheit erforderlich; Umfragen erwarten, dass diese im ersten Wahlgang niemand erreicht – eine Stichwahl im Februar gilt als wahrscheinlich.
Chancen auf den Einzug in die Stichwahl haben je nach Umfragen vier oder fünf Bewerber; häufig genannt werden André Ventura (Chega), António José Seguro (Sozialdemokrat) und João Cotrim de Figueiredo (Liberale/konservativ-liberale Liberal Initiative).
Laut einer am Freitag vor der Wahl veröffentlichten Pitagórica-Umfrage liegt Seguro bei 25,1%, Ventura bei 23,0% und Cotrim de Figueiredo bei 22,3% (knappes Rennen innerhalb der Fehlertoleranz).
Chega hat zuletzt stark zugelegt und ist inzwischen zweitstärkste Kraft im Parlament; bei der Parlamentswahl im Mai 2025 kam die Partei auf 22,8% und wurde zur wichtigsten Oppositionskraft.
Ventura polarisiert: In Stichwahl-Szenarien würden sich Umfragen zufolge mehr als 60% der Wähler gegen ihn aussprechen – stärker als bei jedem anderen Kandidaten.
Portugal ist eine semipräsidentielle Demokratie: Der Präsident hat überwiegend repräsentative Aufgaben, aber wichtige Befugnisse (u.a. Oberbefehl über die Streitkräfte, Auflösung des Parlaments, Vetorecht).
Marcelo Rebelo de Sousa hat das Parlament in den vergangenen vier Jahren dreimal aufgelöst.
Ausblick
"Da voraussichtlich kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht, richtet sich der Blick auf eine Stichwahl im Februar. Entscheidend wird sein, welche Bewerber diese erreichen und ob sich – wie Umfragen nahelegen – eine breite Anti-Ventura-Mehrheit formiert."