Bei dem Brand in der Bar „Le Constellation“ in Crans‑Montana in der Silvesternacht starben rund 40 junge Menschen; mehr als 100 wurden schwer verletzt.
Die Walliser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen die Besitzer der Bar; einer der beiden Beschuldigten befindet sich in Untersuchungshaft.
Opfervertreter kritisieren mögliche Versäumnisse in der Frühphase der Ermittlungen, unter anderem bei der Beweissicherung (z. B. seien Telefone der Betreiber nicht sofort beschlagnahmt worden).
Laut Bestätigung des italienischen Botschafters in Bern gegenüber der NZZ wurden sechs getötete Jugendliche aus Italien in der Schweiz nicht obduziert; italienische Behörden nahmen daraufhin selbst Obduktionen vor.
Nach Angaben des Anwalts Romain Jordan verdichten sich Hinweise, dass Obduktionen teils verspätet oder gar nicht angeordnet wurden; der „Blick“ berichtete über einen Fall, in dem eine Autopsie erst am Tag vor der Beerdigung angeordnet wurde und die Beisetzung verschoben werden musste.
Italien hat eigene Ermittlungen eingeleitet und will sich als Nebenklägerin am Schweizer Strafverfahren beteiligen; Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte öffentlich scharfe Kritik und stellte Fragen zu Evakuierung, Musikabschaltung und behördlichen Kontrollen.
Romain Jordan richtete ein Online‑Portal ein, über das Zeugen anonym Hinweise sowie Foto‑ und Videomaterial hochladen können.
Nach Aussagen Jordans signalisiert die Staatsanwaltschaft inzwischen Bereitschaft, Fehler zu korrigieren.
Nach der Brandkatastrophe hat der Gemeinderat von Crans‑Montana Fehler eingeräumt.
Ausblick
"Im Fokus stehen weiter die Aufarbeitung der Brandursache und der genaue Ablauf in der Bar. Entscheidend wird sein, ob die Staatsanwaltschaft die kritisierten Lücken – insbesondere bei Obduktionen und Beweissicherung – nachträglich schließt und wie die parallel laufenden italienischen Ermittlungen sowie eine mögliche Nebenklage den Verlauf des Schweizer Strafverfahrens beeinflussen."