Thema: Schattenflotte

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Donnerstag, 15. Januar 2026
Politik 15.01.2026, 05:00
15.01.2026, 12:16
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Deutschland verschärft Vorgehen gegen russische Schattenflotte – Bundespolizei verwehrt Tanker „Tavian“ die Einfahrt

Am 10. Januar 2026 verwehrte die Bundespolizei dem Tanker 'Tavian' die Einfahrt ins deutsche Küstenmeer.

Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden; die 'Tavian' befand sich westlich von Schleswig-Holstein und später vor Flensburg.

Ein Hubschrauber der Bundespolizei näherte sich der 'Tavian' und der Kapitän wurde per Funk zur Vorlage aller Papiere aufgefordert; Bewegungs- und Luftraumdaten belegen die Annäherung des Hubschraubers.

Die Behörden stellten fest, dass die 'Tavian' unter einer falschen Flagge fuhr und ihre Identifikationsnummer gefälscht war; das Schiff steht seit 2021 auf einer US-Sanktionsliste.

Aus Sorge vor einer Beschlagnahme drehte die 'Tavian' ab, verließ die Ostsee und befindet sich nach Recherchen auf dem Weg ins russische Nordmeer; Berichte nennen als wahrscheinliches Ziel russische Ölhäfen bei St. Petersburg.

Die Bundespolizei informierte das Bundesinnenministerium; sie bezeichnete den Vorgang als 'laufendes Einsatzverfahren' und gab sich aus polizeitaktischen Gründen zurückhaltend (Hinweis: eine Behördenstellungnahme wurde der Redaktion nachträglich ergänzt, Stand 15.01.2026, 16:45 Uhr).

Medien und Ermittler bezeichnen die 'Tavian' als Teil der russischen 'Schattenflotte' und verwenden in Berichten den Begriff 'Zombie-Schiff' für solche Fahrzeuge, die eigentlich nicht registriert sein dürften.

In den vergangenen Monaten untersagten deutsche Behörden mehreren russischen Schiffen die Einfahrt oder überwachten sie eng – darunter das Forschungsschiff 'Akademik Boris Petrov'.

Der Öltanker 'Chariot Tide' verlangsamte am 5. Dezember 2025 in der deutschen Nordsee, warf ankernd in der Nähe eines Seekabels und wechselte anschließend offenbar seine Flagge (von Gambia zu Mosambik).

Am 31. Dezember 2025 wurde laut Berichten ein weiteres Schiff beschlagnahmt; 14 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen.

Die sogenannte Schattenflotte umfasst schätzungsweise rund 500 meist marode Tanker, die westliche Sanktionen umgehen und monatlich russisches Öl im Wert von mehreren Milliarden Dollar in den Markt bringen.

Berichte zeigen, dass diese Schiffe ihre Positionsdaten deutlich häufiger manipulieren (Verdopplung seit Kriegsbeginn).

Juristen berufen sich zunehmend auf die UN-Seerechtskonvention: Schiffe ohne oder mit gefälschter Flagge können sich nicht auf das Recht der 'friedlichen Durchfahrt' berufen.

Politiker wie Marc Henrichmann (CDU) und Robin Wagener (Grüne) fordern, den vorhandenen Rechtsrahmen konsequent zu nutzen, um Umweltrisiken sowie Spionage- und Sabotagegefahren zu verringern.

Sicherheitskreise sehen die verringerte Fähigkeit Russlands, Schiffe militärisch zu schützen, als einen Faktor, der robustere Einsätze westlicher Behörden erleichtert.

Die USA berufen sich bereits auf fehlende oder falsche Flaggen, um gegen Tanker der Schattenflotte vorzugehen.

Ausblick

"Es ist damit zu rechnen, dass deutsche Behörden ihr konsequentes Vorgehen gegen Teile der Schattenflotte fortsetzen und verstärkt die UN-Seerechtskonvention sowie Straf- und Gefahrenabwehrrechte nutzen. Weitere Fahrverbotserteilungen, Kontrollen und gegebenenfalls Beschlagnahmungen sind möglich. Die Lage birgt Potenzial für diplomatische Spannungen mit Russland, wird aber durch die offenbar reduzierte militärische Begleitung russischer Schiffe und durch verstärkte internationale Kooperation (z. B. USA) begünstigt."