Thema: Skitourenguru

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Samstag, 17. Januar 2026
Wissen 17.01.2026, 13:53
17.01.2026, 20:06
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Mehr digitale Helfer sollen Lawinenrisiken besser einschätzbar machen – Experten warnen dennoch: Schulung und Umkehren bleiben entscheidend

Statistiken zeigen laut Fachleuten, dass es heute weniger Lawinenopfer gibt als noch vor 20 Jahren; unter anderem, weil Warnungen genauer und detaillierter geworden sind.

Der kostenfreie amtliche Lawinenlagebericht wird täglich gegen 17 Uhr veröffentlicht, ist länderübergreifend online verfügbar und liefert eine Prognose für den Folgetag (u. a. basierend auf Schneedeckenanalysen und Wetterdaten).

Lawinenprognosen beruhen auf Computermodellen; laut Lawinenwarndienst Tirol wurden insbesondere Schneedeckenmodelle und die Vorhersage von Neuschneemengen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

Die amtliche Prognose gilt nur großräumig (rund 100 Quadratkilometer, etwa die Größe eines Gebirgsstocks); die tatsächliche Gefahr kann an einzelnen Hängen deutlich abweichen.

Das Online-Tool Skitourenguru nutzt die amtliche Prognose als Grundlage und verfeinert die Einschätzung für die Route im Einzelhang mit Geländedaten wie Hanggröße, Steilheit und Hangform; es visualisiert das Risiko u. a. in einer Ampel-Logik (grün/gelb/rot).

Für Schneebrettlawinen gelten als zentrale Faktoren ein verfestigtes Schneebrett, eine darunterliegende Schwachschicht sowie eine Hangneigung über 30 Grad; mit zunehmender Steilheit steigt die Auslösewahrscheinlichkeit weiter.

Der „Kleine Blocktest“ (Block mit ca. 40 cm Kantenlänge ausheben und seitlich mit der Schaufel beklopfen) kann Hinweise auf Schneebrett und Schwachschicht liefern; eine dazu entwickelte App kann das Vorgehen anleiten und aus dem eingegebenen Ergebnis Verhaltensempfehlungen ableiten.

Experten betonen, dass digitale Tools die Beurteilung im Hang nicht abnehmen können; Lawinenkurse, Erfahrung und im Zweifel Umkehren bleiben zentral.

Der Klimawandel verändert den Schneeaufbau in den Bergen (u. a. schnelle Temperaturwechsel, Regen bis in große Höhen, stärkere Niederschläge in kurzer Zeit) und kann die Lawinenaktivität verstärken, was höhere Aufmerksamkeit erfordert.

Ausblick

"Digitale Angebote und verbesserte Modelle dürften die Tourenplanung weiter erleichtern und Entscheidungen unterstützen, ersetzen aber keine Ausbildung und situative Einschätzung im Gelände. Mit häufiger auftretenden Wetterextremen und Regenereignissen in hohen Lagen könnte die Komplexität der Lawinenlage weiter steigen – damit wächst die Bedeutung von Schulung, korrekter Interpretation der Prognosen und konservativen Entscheidungen."