Teilen:
Mehr digitale Helfer sollen Lawinenrisiken besser einschätzbar machen – Experten warnen dennoch: Schulung und Umkehren bleiben entscheidend
Statistiken zeigen laut Fachleuten, dass es heute weniger Lawinenopfer gibt als noch vor 20 Jahren; unter anderem, weil Warnungen genauer und detaillierter geworden sind.
Wichtige Fakten
- • Statistiken zeigen laut Fachleuten, dass es heute weniger Lawinenopfer gibt als noch vor 20 Jahren; unter anderem, weil Warnungen genauer und detaillierter geworden sind.
- • Der kostenfreie amtliche Lawinenlagebericht wird täglich gegen 17 Uhr veröffentlicht, ist länderübergreifend online verfügbar und liefert eine Prognose für den Folgetag (u. a. basierend auf Schneedeckenanalysen und Wetterdaten).
- • Lawinenprognosen beruhen auf Computermodellen; laut Lawinenwarndienst Tirol wurden insbesondere Schneedeckenmodelle und die Vorhersage von Neuschneemengen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.
- • Die amtliche Prognose gilt nur großräumig (rund 100 Quadratkilometer, etwa die Größe eines Gebirgsstocks); die tatsächliche Gefahr kann an einzelnen Hängen deutlich abweichen.
- • Das Online-Tool Skitourenguru nutzt die amtliche Prognose als Grundlage und verfeinert die Einschätzung für die Route im Einzelhang mit Geländedaten wie Hanggröße, Steilheit und Hangform; es visualisiert das Risiko u. a. in einer Ampel-Logik (grün/gelb/rot).
- • Für Schneebrettlawinen gelten als zentrale Faktoren ein verfestigtes Schneebrett, eine darunterliegende Schwachschicht sowie eine Hangneigung über 30 Grad; mit zunehmender Steilheit steigt die Auslösewahrscheinlichkeit weiter.
- • Der „Kleine Blocktest“ (Block mit ca. 40 cm Kantenlänge ausheben und seitlich mit der Schaufel beklopfen) kann Hinweise auf Schneebrett und Schwachschicht liefern; eine dazu entwickelte App kann das Vorgehen anleiten und aus dem eingegebenen Ergebnis Verhaltensempfehlungen ableiten.
- • Experten betonen, dass digitale Tools die Beurteilung im Hang nicht abnehmen können; Lawinenkurse, Erfahrung und im Zweifel Umkehren bleiben zentral.
- • Der Klimawandel verändert den Schneeaufbau in den Bergen (u. a. schnelle Temperaturwechsel, Regen bis in große Höhen, stärkere Niederschläge in kurzer Zeit) und kann die Lawinenaktivität verstärken, was höhere Aufmerksamkeit erfordert.
Digitale Werkzeuge sollen Wintersportlern helfen, Lawinenrisiken besser zu bewerten – und könnten mit dazu beitragen, dass es laut Fachleuten heute weniger Lawinenopfer gibt als noch vor 20 Jahren. Grundlage bleibt der kostenfreie amtliche Lawinenlagebericht, der länderübergreifend online verfügbar ist, auch unterwegs abgerufen werden kann und täglich gegen 17 Uhr als Prognose für den Folgetag erscheint. Die Einschätzung basiert auf Computermodellen, die Schneedeckenanalysen und Wetterdaten kombinieren; insbesondere bei Schneedeckenmodellen und der Vorhersage von Neuschnee habe es in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gegeben.
Gleichzeitig bleibt die amtliche Prognose grob: Sie gilt nur für Gebiete von rund 100 Quadratkilometern, während die Gefahr an einzelnen Hängen erheblich abweichen kann. Hier setzen ergänzende Online-Plattformen wie Skitourenguru an: Das Tool nutzt die amtliche Prognose als Basis und berechnet für eine geplante Route das Risiko im Einzelhang, zusätzlich unter Einbezug von Geländemerkmalen wie Hanggröße, Steilheit und Hangform; das Ergebnis wird in einer Ampel-Logik (grün/gelb/rot) dargestellt. Für Schneebrettlawinen gelten dabei als Schlüsselfaktoren ein verfestigtes Schneebrett, eine darunterliegende Schwachschicht und Hangneigungen über 30 Grad – mit zunehmender Steilheit steigt die Auslösewahrscheinlichkeit.
Für die Beurteilung vor Ort im Hang bleiben dennoch Beobachtung und Tests entscheidend. Der „Kleine Blocktest“ kann Schneebrett und Schwachschicht sichtbar machen; eine begleitende App kann Schritt für Schritt durch die Auswertung führen und Verhaltensempfehlungen geben. Experten betonen jedoch übereinstimmend: Digitale Hilfen ersetzen keine Ausbildung, Erfahrung und konservative Entscheidungen – und im Zweifel gilt weiterhin: umkehren. Zusätzliche Aufmerksamkeit sei auch wegen des Klimawandels nötig, der den Schneeaufbau durch schnelle Temperaturwechsel, Regen bis in große Höhen und Starkniederschläge in kurzer Zeit verändert und damit die Lawinensituation verschärfen kann.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.