Thema: Wadephul

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Sonntag, 18. Januar 2026
International 18.01.2026, 00:08
18.01.2026, 20:02
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Grönland-Streit: EU berät über Antwort auf Trumps Zollandrohung – Wadephul zweifelt an EU‑US‑Handelsabkommen

US-Präsident Donald Trump kündigte zusätzliche Strafzölle von zehn Prozent auf Importe aus acht europäischen Ländern (Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden, Großbritannien) an; sie sollen ab dem 1. Februar gelten und wurden mit dem Grönland-Konflikt begründet.

Die Botschafter aller 27 EU-Mitgliedstaaten kommen in Brüssel zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, um eine gemeinsame Antwort zu beraten.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa warnten, Zölle könnten die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine „gefährliche Abwärtsspirale“ auslösen.

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, China und Russland profitierten von Spaltungen unter Verbündeten; Sicherheitsfragen rund um Grönland müssten innerhalb der NATO geklärt werden. Sie warnte zudem, Zölle machten Europa und die USA ärmer und untergrüben gemeinsamen Wohlstand.

Die acht betroffenen NATO-Länder warnten in einer gemeinsamen Erklärung vor Eskalation und betonten, Zolldrohungen untergrüben die transatlantischen Beziehungen; zugleich erklärten sie, entschlossen zu sein, ihre Souveränität zu wahren.

Die acht Staaten betonten in derselben Erklärung, die Truppenentsendung nach Grönland diene der Verbesserung der Sicherheit in der Arktis und stelle für niemanden eine Bedrohung dar.

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sagte, man dürfe sich „nicht erpressen lassen“; zugleich bleibe eine Hand Richtung USA ausgestreckt, man wolle eine gemeinsame Lösung finden, lasse sich aber nicht provozieren.

Die Bundesregierung reagierte zunächst zurückhaltend und kündigte Abstimmung mit europäischen Partnern an; Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, man werde „zur gegebenen Zeit“ über geeignete Reaktionen entscheiden.

In den USA kündigte Senatsminderheitsführer Chuck Schumer (Demokraten) ein Gesetzesvorhaben an, um die Zölle zu blockieren; er begründete dies mit bereits gestiegenen Preisen und wirtschaftlichen Schäden.

Auch Senator Bernie Sanders sowie Republikaner wie Thom Tillis, Don Bacon und Lisa Murkowski kritisierten die Zoll-Ankündigung als schädlich für Bündnisse; Murkowski nannte sie „unnötig“ und „strafend“.

Eine deutliche Mehrheit der Amerikaner lehnt laut einer CNN-Umfrage eine Übernahme Grönlands ab.

Die Erkundungsmission der Bundeswehr in Grönland ist beendet: 15 Soldaten sollen die Insel Richtung Kopenhagen verlassen; Flottillenadmiral Stefan Pauly erklärte, man kehre mit aktualisierten Informationen zurück, die nun ausgewertet werden sollen, um militärische Optionen zur Erhöhung der Sicherheit im Nordatlantik-Raum zu entwickeln.

Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigte eine europäische Antwort auf mögliche weitere US-Maßnahmen an und äußerte Skepsis, dass das bereits vereinbarte EU‑US‑Handelsabkommen in der aktuellen Lage ratifiziert bzw. umgesetzt wird; über die Ratifizierung entscheidet das Europaparlament.

Wadephul bekräftigte die Solidarität mit Dänemark und Grönland: Über die Zukunft Grönlands entschieden die Grönländerinnen und Grönländer; zugleich sagte er, er sehe keine Auswirkungen auf den militärischen Zusammenhalt der NATO.

Der Außenhandelsverband BGA verwies darauf, dass das Handelsvolumen mit den USA bis November 2025 um 7,8 Prozent gesunken sei; der BGA warnte, neue Zölle könnten den Rückgang weiter verschärfen.

Ausblick

"Kurzfristig dürfte die EU in Brüssel eine gemeinsame Linie und mögliche Gegenmaßnahmen vorbereiten. Gleichzeitig wächst der politische Druck auf das geplante EU‑US‑Handelsabkommen: Nach Wadephuls Einschätzung sinken die Chancen auf eine Ratifizierung deutlich, solange Washington die Zölle als Druckmittel im Grönland-Streit einsetzt. In den USA könnte ein parteiübergreifender Vorstoß im Kongress die Umsetzung der Zölle zwar bremsen, ein Kurswechsel Trumps ist jedoch vorerst nicht absehbar."