Das ifo-Institut bezeichnet die US-Zölle als „negativen Schock“ für die deutsche Wirtschaft (Aussage von Lisandra Flach, Leiterin des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft).
Simulationen des ifo-Instituts zufolge würde eine fortgesetzte Abschottung der USA die deutsche Wirtschaftsleistung dauerhaft um rund 0,13% verringern.
Laut Statistischem Bundesamt wurden 2024 Waren im Wert von rund 161 Mrd. Euro aus Deutschland in die USA exportiert.
Nach aktuellen Zahlen lagen die deutschen Exporte in die USA im November 2025 fast ein Viertel unter dem Vorjahresniveau.
Das ifo-Institut schätzt, dass die US-Zölle das deutsche Wirtschaftswachstum 2025 um 0,3 Prozentpunkte gedämpft haben; 2026 könnten es 0,6 Prozentpunkte sein.
Mittelfristig erwartet das ifo, dass die deutschen Exporte in die USA um rund 15% sinken; etwa 60% der deutschen US-Exporte entfallen auf Autos, Maschinen und Pharma.
Die USA erheben laut Bericht für die meisten EU-Produkte einen allgemeinen Importzoll von 15%; für Stahl sowie Produkte aus und mit Stahl werden 50% fällig.
Die im Vorjahr zwischen EU-Kommission und USA geschlossene Zollvereinbarung wird von Fachleuten kritisiert; als Zugeständnis wird u. a. der zollfreie Import amerikanischer Autos in die EU genannt.
Eine ifo-Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass neue EU-Freihandelsabkommen mit sieben wichtigen Handelspartnern die negativen US-Zolleffekte nicht nur ausgleichen, sondern überkompensieren könnten; die deutschen Exporte könnten dann trotz US-Zöllen um bis zu 4,1% wachsen.
Ausblick
"Kurzfristig bleibt die US-Zollpolitik ein spürbarer Belastungsfaktor für Wachstum und Exporte. Gleichzeitig rückt die Handlungsoption über neue EU-Freihandelsabkommen stärker in den Fokus: Nach Einschätzung des ifo könnten zusätzliche Abkommen – über Mercosur hinaus – die negativen Effekte sogar überkompensieren, auch wenn Verhandlungen erfahrungsgemäß Jahre dauern können."