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Wirtschaft 16.01.2026, 12:07 Aktualisiert: 16.01.2026, 20:12

ifo: US-Zölle unter Trump belasten deutsche Wirtschaft – neue EU-Handelsabkommen könnten Effekte überkompensieren

Das ifo-Institut bezeichnet die US-Zölle als „negativen Schock“ für die deutsche Wirtschaft (Aussage von Lisandra Flach, Leiterin des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft).

Wichtige Fakten

  • Das ifo-Institut bezeichnet die US-Zölle als „negativen Schock“ für die deutsche Wirtschaft (Aussage von Lisandra Flach, Leiterin des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft).
  • Simulationen des ifo-Instituts zufolge würde eine fortgesetzte Abschottung der USA die deutsche Wirtschaftsleistung dauerhaft um rund 0,13% verringern.
  • Laut Statistischem Bundesamt wurden 2024 Waren im Wert von rund 161 Mrd. Euro aus Deutschland in die USA exportiert.
  • Nach aktuellen Zahlen lagen die deutschen Exporte in die USA im November 2025 fast ein Viertel unter dem Vorjahresniveau.
  • Das ifo-Institut schätzt, dass die US-Zölle das deutsche Wirtschaftswachstum 2025 um 0,3 Prozentpunkte gedämpft haben; 2026 könnten es 0,6 Prozentpunkte sein.
  • Mittelfristig erwartet das ifo, dass die deutschen Exporte in die USA um rund 15% sinken; etwa 60% der deutschen US-Exporte entfallen auf Autos, Maschinen und Pharma.
  • Die USA erheben laut Bericht für die meisten EU-Produkte einen allgemeinen Importzoll von 15%; für Stahl sowie Produkte aus und mit Stahl werden 50% fällig.
  • Die im Vorjahr zwischen EU-Kommission und USA geschlossene Zollvereinbarung wird von Fachleuten kritisiert; als Zugeständnis wird u. a. der zollfreie Import amerikanischer Autos in die EU genannt.
  • Eine ifo-Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass neue EU-Freihandelsabkommen mit sieben wichtigen Handelspartnern die negativen US-Zolleffekte nicht nur ausgleichen, sondern überkompensieren könnten; die deutschen Exporte könnten dann trotz US-Zöllen um bis zu 4,1% wachsen.
Die US-Importzölle in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump treffen die deutsche Wirtschaft laut ifo-Institut deutlich. ifo-Expertin Lisandra Flach spricht von einem „negativen Schock“. Simulationen der Münchner Forscher zeigen, dass eine dauerhaft protektionistische US-Handelspolitik die deutsche Wirtschaftsleistung langfristig um rund 0,13 Prozent mindern könnte – ein relevanter Effekt vor dem Hintergrund der schwachen Entwicklung der Vorjahre. Auch in der Exportstatistik zeigen sich deutliche Spuren: Nachdem Deutschland 2024 Waren im Wert von rund 161 Milliarden Euro in die USA geliefert hatte, brachen die Ausfuhren im Jahr 2025 ein; im November lagen sie nach aktuellen Zahlen fast ein Viertel unter dem Niveau des Vorjahres. Das ifo schätzt, dass die Zölle das Wachstum 2025 um 0,3 Prozentpunkte gedämpft haben; 2026 könnten es 0,6 Punkte sein. Mittelfristig erwartet das Institut einen Rückgang der US-Exporte um rund 15 Prozent, besonders in den Kernbranchen Auto, Maschinenbau und Pharma. Derzeit gelten in den USA für die meisten EU-Produkte Zölle von 15 Prozent, für Stahl und stahlhaltige Produkte 50 Prozent. Die zwischen EU-Kommission und USA im Vorjahr geschlossene Zollvereinbarung wird von Fachleuten zwar als Schadensbegrenzung gesehen, aber auch wegen weitreichender Zugeständnisse – etwa zollfreier US-Autoimporte in die EU – kritisiert. Als strategischer Ausweg gilt eine schnellere Diversifizierung über neue Handelsabkommen: Das Abkommen mit den Mercosur-Staaten wird als erster Schritt gewertet. Eine ifo-Studie sieht zudem Potenzial, dass zusätzliche Freihandelsabkommen mit sieben wichtigen Partnern die negativen US-Zolleffekte nicht nur ausgleichen, sondern sogar überkompensieren könnten – mit einem möglichen Exportplus von bis zu 4,1 Prozent, auch wenn solche Abschlüsse häufig lange dauern.

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