Ärztemangel in Rumänien: Landärzte am Limit, Abwanderung hält an
Wichtige Fakten
- • Über 30.000 Ärzte und Pflegekräfte fehlen in Rumänien.
- • In etwa 180 Orten gibt es keine Arztpraxis mehr.
- • Die Hälfte der Hausärzte ist über 60 Jahre alt.
- • Rund 40% der Fachkräfte denken an Auswanderung.
- • Junge Ärzte bevorzugen Städte oder Ausland wegen besserer Bedingungen.
Ländliche Versorgungskrise
In Rumänien verschärft sich der Ärztemangel, besonders in ländlichen Gebieten, wo immer mehr Praxen schließen. Junge Mediziner zieht es in Städte oder ins Ausland, während verbliebene Hausärzte wie die 70-jährige Dr. Floarea Ciupitu oft über das Rentenalter hinaus arbeiten und Tausende Patienten betreuen. In etwa 180 Ortschaften gibt es bereits keine Arztpraxis mehr, und über 1.500 Hausarztstellen sind unbesetzt.
Gründe für die Abwanderung
Eine Studie von August 2025 zeigt, dass rund 40% der medizinischen Fachkräfte über Auswanderung nachdenken, bevorzugt in Länder wie Deutschland oder die Schweiz, wo höhere Gehälter, bessere Karrierechancen und modernere Technik locken. In Rumänien herrschen hingegen marode Krankenhäuser, defekte Geräte und Überlastung, was den Notstand verstärkt. Der Bedarf wächst, da viele Ärzte kurz vor der Rente stehen.
Politische Initiativen und Herausforderungen
Politiker wie Andrei Baciu fordern bezahlte Bereitschaftsdienste und besseren Zugang zu Innovationen, um junge Ärzte zu halten. Premierminister Ilie Bolojan schlug eine Verpflichtung zur Arbeit im Land vor, ähnlich wie in Albanien, doch der Vorschlag blieb folgenlos. Ohne wirksame Maßnahmen droht die Versorgungslücke weiter zu wachsen, während Ärzte wie Dr. Ciupitu trotz Überlastung weiterarbeiten, aber ihre Grenzen sehen.
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